Und wieder in den Vatikan
Das Hörbuch "Das Herz der Hölle" von Jean-Christophe Grange hat es in sich: Mathieu Dureys Arbeitskollege und Freund Luc liegt nach einem missglückten Selbstmordversuch im Koma. Luc ist ein genauso gläubiger Christ wie Mathieu und versteht die Tat seines Freundes nicht. In seiner Eigenschaft als Polizist beginnt er, Nachforschungen anzustellen und entdeckt, dass Luc im Verborgenen zu einer Serie extrem grausamer Morde ermittelt hat.
Jean-Christophe Grange ("Die purpurnen Flüsse") wählte für seinen sechsten Roman "Das Herz der Hölle" folgenden Aufbau: Schritt für Schritt werden die Ermittlungen des Protagonisten vom Leser begleitet. Diese führen ihn quer durch Europa bis in den Vatikan. Verwirrend ist die Tatsache, dass alle paar Seiten ein neuer Hauptverdächtiger und mehrere Sekten auftauchen und dass die Existenz des Satans abwechselnd bewiesen und wieder negiert wird.
Insgesamt ist mit "Das Herz der Hölle" aber ein spannender Thriller im Stil von Dan Browns "Sakrileg" entstanden, der zahlreiche Infos über den Umgang der Gesellschaft und vor allem der katholischen Kirche mit dem Bösen präsentiert. Dass das Ende für den Hörer nicht übermäßig überraschend kommt wie für die Hauptfigur Mathieu, kann man Autor Grange nachsehen. Durch die überzeugende Lesung von Joachim Kerzel werden einige schwache Passagen wettgemacht.

