Wer sich auf ein Konzert der Beatsteaks einlässt, kann sich schon einmal auf blaue Flecken und Bierduschen einstellen. Denn die heute nicht mehr ganz so backfrischen Berliner Jungs sind sicher nicht zuletzt durch ihre Live-Qualitäten zu Ruhm und Ehre gekommen. Aber der Reihe nach. Die Geschichte der "Beatbuletten", wie die Band in Fachkreisen gerufen wird, beginnt bereits im Jahr 1992 im frisch vereinten Berlin. Auf dem Kiez am Prenzelberg lernen sich Arnim Teutoburg-Weiß (Gesang), Peter Baumann (Gitarre, Backing Vocals), Bernd Kurzke (Gitarre), Alexander "Ali" Rosswaag (Bass) und Stefan "Steffi" Hircher (Schlagzeug) kennen. Die Chemie stimmt und man beschließt, zusammen zu musizieren. Wie so viele andere Jungs versuchen sie sich an der klassischen Besetzung mit Gitarren, Bass, Schlagzeug und Gesang. Heraus kommt Punkrock mit Hardcore-Elementen.
Das geht schließlich immer und kommt auch bei den Mädels gut an. Zu dem Zeitpunkt gehen alle Bandmitglieder schließlich noch brav zur Schule. Nach ein paar Straßengigs im Berliner Szeneviertel und dem Verkauf einiger selbst gezimmerter Tonaufnahmen, nehmen die Beatsteaks an einem Bandwettbewerb teil. Die so genannte "Battle Of The Bands" gewinnen die Beatsteaks mit eindeutigem Vorsprung. Der Gewinn: eine Show im Vorprogramm der wiedervereinigten Sex Pistols in der Berliner Arena. Was kann es für eine Punk Band wohl Schöneres geben, als vor den Godfathers of Punk zu spielen.
Von diesem Highlight beflügelt, gehen die Jungs ihre Karriere an. Das Label HNO nimmt die Punkrocker 1997 unter Vertrag, veröffentlicht ihren ersten Longplayer "48/49", den sie schlicht nach der Hausnummer ihres Proberaums benennen. Von jetzt an geht es nur noch bergauf - die Beatsteaks gehen auf Tour und supporten Musik Größen wie Faith No More, Dog Eat Dog und Lagwagon. Doch wie sooft kollidiert der berufliche Erfolg oft mit dem Privaten. Drummer Stefan Hircher wird durch Thomas Gotz ersetzt. Weiter geht es mit der Studioarbeit. 1999 entstehen die ersten Songs zum neuen Album "Launched". Bassist Ali steigt aus und wird durch Torsten Scholz ersetzt. Mit ihm gehen die neuen, alten Beatsteaks auf Europatournee. Hier sind die Jungs unter anderem als Vorgruppe der Toten Hosen unterwegs. Nebenbei jammt Sänger Arnim mit den Kollegen immer wieder fürs kommende Album.
Diskographie
2007 Demons Galore (DVD)
2005 B-Seite (DVD)
2004 Beatsteaks Live (DVD)
2004 Smack Smash
2002 Living Targets
1999 Launched
1997 48/49
"Living Targets" erscheint im Jahr 2002, das sich diesmal ganz ausschließlich dem Punk widmet. Die Fans drängen ihre Buletten zum live Konzert, und die Beatsteaks belohnen sie mit dem so genannten "Wohnzimmerkonzert", zu dem immerhin 3000 Leute erscheinen - nichts Ungewöhnliches für die Berliner Columbiahalle. Und noch ein Goodie springt für die Fans raus - sie werden mit einem kostenlosen Tonträger belohnt, der am Eingang verteilt wird. Auf der "Wohnzimmer-EP", die fast ausschließlich aus Coverversionen besteht, ist im Background sogar ein guter alter Bekannter zu hören: Farin Urlaub - übrigens einer der größten prominenten Fans der Band. Er zeigt den Jungs sogar so viel Respekt, dass er sie in der Ärzte Hitsingle "Unrockbar" erwähnt. Eine Textzeile wie "Wie kannst Du bei den Beatsteaks ruhig sitzen bleiben" macht neugierig und sorgt für viele neue Clicks auf der Homepage.
Die Beatsteaks gelten in Berlin zwar schon lange als Geheimtipp, aber im Frühjahr 2004 gelingt ihnen endlich auch der erste bundesweite Erfolg. Das punkrock-poppige "Smack Smash" landet nicht ganz unerwartet auf Platz zehn der deutschen Charts. Das ist deshalb so vorhersehbar, weil das dazugehörige Album "Living Targets" bereits nach wenigen Tagen komplett ausverkauft ist. Die Beatsteaks legen ein rasantes Tempo vor. Fast alle Konzerte sind ausverkauft oder werden in größere Hallen verlegt. Als Sahnehäubchen gewinnen sie als Deutschlands heißeste Newcomer sogar den begehrten Preis bei den MTV European Music Awards.
Mitnominiert sind übrigens auch Größen wie Die Toten Hosen, Die Ärzte oder Rammstein, gegen die sich die Jungs klar durchsetzen. Natürlich lässt auch eine Best Of Live DVD nicht lange auf sich warten, durch die auch der letzte Hinterweltler von den exzellenten Live Qualitäten der Band überzeugt werden soll. Danach wird es dem Anschein nach etwas ruhiger um die Band, aber hinter den Kulissen geht die Arbeit weiter. Im November 2006 bestätigen die Beatsteaks, dass ein neues Album in den Startlöchern steht. Anfang 2007 wird "Jane Became Insane" auf den Markt geschmissen. Die Songs liefern auch diesmal wieder gutes Livematerial, und das wird auf diversen Touren und Festivalgigs sofort unter Beweis gestellt. Wer nach diesen Live Konzerten immer noch glaubt, die Beatsteaks seien unrockbar, der ist wahrscheinlich Hosen-Fan.

