Nach dem Tod folgt oft ein Neuanfang. So tragisch das selbst gewählte Ende von Nirvana Frontmann Kurt Cobain war, umso sicherer weiß Dave Grohl, dass es die Band ab jetzt nicht mehr geben kann. Und so gründet der Schlagzeuger bereits neun Monate nach Kurts Selbstmord eine neue Band. Die Foo Fighters sind geboren. Auch das erste Album der Band geht komplett auf Grohl Kappe, der sich als hervorragender Songschreiber beweist. Also lässt auch der Erfolg nicht lange auf sich warten. Eine Tourband muss her, und Dave besorgt sich echte Live Rocker. Pat Smear (Ex-Germs und Nirvana-Tourgitarrist) an der Gitarre, Bassist Nate Mendel und Schlagzeuger William Goldsmith (beide Ex-Sunny Day Real Estate) komplettieren ab jetzt die Foo Fighters.
Die Jungs rocken zwar ordentlich, aber in Interviews wird Dave Grohl immer wieder auf Parallelen zu seiner früheren Band Nirvana ausgefragt. Hinsichtlich der kurzen Zeitspanne zu Cobains Tod verwundert es nicht, dass auch in die Foo Fighters Erwartungen gesteckt werden, die sie weder erfüllen können, noch wollen. Sie verstehen sich nicht als die klassischen Grunge Helden, die den Seattle Sound verbreiten wollen. Sie sprechen sich immer wieder bewusst gegen Vergleiche zu Nirvana aus. Mit dem neuen Album "The Colour And The Shape" gelingt es den Foo Fighters im Jahr 1997 endlich, sich bei den Kritikern freizuschwimmen.
Das Album wird ein voller Erfolg. Auskopplungen wie "Monkey Wrench", "Everlong" und "My Hero" werden Hits. Damit sind Grohl und Co. endgültig in der oberen Liga des Rock'n'Roll angekommen. Aber wie so oft auf dem Zenit der Karriere entstehen in der Band erste Spannungen. Gitarrist Pat Smear steigt in der Endphase der Aufnahmen aus und wird durch Franz Stahl ersetzt. Auch Drummer William Goldsmith verlässt die Band, dessen Part Taylor Hawkins übernimmt. In der neuen Konstellation geht es mit vollem Elan weiter. Im Herbst 1999 erscheint der dritte Longplayer "There Is Nothing Left To Lose".
Diskographie
2007 Echoes, Silence, Patience & Grace
2006 Skin And Bones (DVD)
2005 In Your Honor
2004 Stage Actors (DVD)
2003 Everywhere But Home (DVD)
2002 One By One
1999 There Is Nothing Left To Lose
1997 The Colour And The Shape
1995 Foo Fighters
Die neue verbesserte Stimmung zwischen den Bandmitgliedern rentiert sich. Bei den Grammy Awards im folgenden Jahr stechen die Foo Fighters Bands wie Bon Jovi und Creed im Rennen um den begehrten Preis in der Kategorie "Bestes Rock Album" aus. Für das Video zu "Learn To Fly" gibt es den "Short Form Music Video"-Grammy. Spätestens jetzt leckt Dave Grohl Blut. Er arbeitet wie ein Berserker, und so entstehen 2002 gleich zwei Alben fast zeitgleich, erst "Songs For The Deaf" und dann "One By One". Genug Stoff um auch einmal nach rechts und links zu schauen. Grohl arbeitet mit diversen Künstlern zusammen, darunter Killing Joke, den Bangles oder Garbage. Nach der kurzen kreativen Verschnaufpause wendet sich Dave aber wieder den Foo Fighters zu und nimmt mit den Kollegen zusammen das Doppelalbum "In Your Honor" auf. Das wird übrigens im eigenen, neu aufgebauten Studiokomplex in Kalifornien zusammengemixt.
Die heimische Atmosphäre scheint Dave und seine Jungs hörbar beflügelt zu haben. Kritiker bestaunen einmal wieder die Wandlungsfähigkeit der Band. Neben gewohnten Rockbrettern finden sich auf dem Album auch sehr gefühlsbetonte, weiche Akustik Balladen wieder. Das kommt offenbar auch bei den Fans an, denn die anschließende Tournee gilt als eine der längsten in der Geschichte der Foo Fighters. Neben Zielen wie Neuseeland und Australien kommt 2006 auch Deutschland in den Genuss einiger Gigs. Dave merkt, wie sehr die Fans auch auf seine gefühlvollen Songs abfahren und entschließt sich, ein paar extra Gigs unplugged einzubauen.
Der Mitschnitt eines dieser Konzerte erscheint im November 2006 unter dem Titel "Skin And Bones". Dass das komponieren von Songs schon fast nebenbei passiert, beweisen die Foo Fighters mit Erscheinen ihres nunmehr sechsten Studioalbums. Viele der Stücke für das aktuelle Album "Echoes, Silence, Patience & Grace" komponieren die Jungs im Tourbus und beim gemeinsamen Jammen im Backstagebereich, darunter auch die derzeitige Single Auskopplung "Pretender". Mit dem Song stehen Dave und Co. 2007 auch in München bei den MTV European Music Awards auf der Bühne. Außerdem geben sie ein gut gelauntes "God Save The Queen" zum Besten.

