Jack Johnson ist nicht etwa ein Sänger, der in seiner Freizeit auch gern mal vors Mikro tritt, sondern er ist eher Surfer mit Leib und Seele. Zum Gesang kam er eigentlich nur aus der Not heraus. Ein Glück für die zahlreichen Fans seiner melancholischen Lagerfeuer-Songs. Durch seinen Stil machte er den reduzierten Akkustik-Sound - ein Mann plus Gitarre - wieder Radio tauglich.
Aber zurück zu seiner großen Leidenschaft: dem Surfen. Der kleine Jack ist gerade einmal 4 Jahre alt, als er zum ersten Mal auf dem Bord steht. Schon früh erkennt Jack Johnson darin seine Lebensaufgabe. Wie viele seiner Klassenkameraden geht es nach der Schule sofort an die Nordküste von Oahu auf Hawaii. Dort lebt der Sänger übrigens noch heute. Tagsüber Surfen, abends und am Wochenende am Strand abhängen- für den Teenager ist es das Paradies. Nach Sonnenuntergang darf natürlich auch die obligatorische Gitarre nicht fehlen. Den 14-Jährigen fasziniert die Klampfe und er beginnt, seine ersten Stücke zu lernen. Am Anfang ist die Auswahl allerdings noch recht begrenzt: er kann "Father and Son" von Cat Stevens und "One" von Metallica schrammeln.
Bei den Mädels kommt Jack aber auch ohne großes musikalisches Repertoire an. Er ist immerhin der Meister des Surfboards und mit 17 Jahren ist Jack Johnson der jüngste Endrundenteilnehmer der Pipe Trials, einem weltbekannten Surf-Event. Nebenbei begeistert er sich aber noch für andere Künste. Er will zum Film - besser gesagt: er will Surf-Filme drehen. Die Erkenntnis kommt ihm, als er als Poser für mehrere Filme in die Tubes geht. Dadurch lernt er viele Leute aus der Branche kennen, darunter viele Surfer, die ebenfalls ihre Leidenschaft indirekt zum Beruf gemacht haben. Nach einer längeren Verletzungspause entscheidet er sich endgültig dagegen, Profisurfer zu werden. Er hat außerdem die Befürchtung, er könne durch den Leistungsdruck die Lust an der Sportart verlieren.
Jack Johnson beendet 2003 seine High School und geht nach Kalifornien, um eine Filmschule zu besuchen. Nach bestandenem Abschluss geht er wieder zurück nach Hawaii, um seine Pläne durchzusetzen. Er dreht die Surffilme "Thicker than Water" und "The September Sessions". Mit 23 Jahren heiratet er schließlich seine langjährige Freundin Kim, die später zu seiner Managerin wird. Aus Kostengründen vertont er die Film-Szenen mit seinen eigenen Songs. Damals wissen noch nicht viele aus Jack Johnsons Umfeld von seiner stillen Liebe zur Musik.
Diskographie
2006 A Brokedown Melody (DVD)
2006 Sing-A-Longs And Lullabies
2005 Jack Johnson And Friends (DVD)
2005 In Between Dreams
2003 Thicker Than Water (DVD)
2003 On And On
2002 The September Sessions (DVD)
2001 Brushfire Fairytales
Als man ihn in den Surffilmen zum ersten Mal hört, sprich man ihn auf die Songs an und ermutigt ihn, ein Tape zusammenzustellen. Jack Johnson tut es, denkt aber nicht im Traum daran, dass sein Demotape solche Wellen schlagen würde. Seine Musik spricht sich herum und wird unter den Surfern reihenweise kopiert. Irgendwann gelangt eine der Kopien von Jack Johnsons Eigenkompositionen in die Hände von Garret Dutton alias G. Love. Einer der Songs ("Rodeo Clown") gefällt ihm so gut, dass er ihn 1999 auf dem neuen Album seiner "Special Sauce Band" veröffentlicht.
Kurz darauf steht das Telefon bei Jack Johnson nicht mehr still. Plattenfirmen wollen den Newcomer engagieren, darunter auch Ben Harpers Produzent J.P. Plunier. Er bekommt den Zuschlag und Johnson produziert mit ihm zusammen sein Debüt "Brushfire Fairytales". Plötzlich beginnen sich auch die Radiostationen für die Songs zu interessieren und schicken Jack Johnson in halb Kalifornien auf Sendung. Obwohl nie großartig Werbung für den ruhigen Surfer-Sound gemacht wurde, erreicht "Brushfire Fairytales" nach drei Jahren Platin Status - die Macht der Mund zu Mund-Propaganda.
Der Respekt vor der Natur ist für Jack Johnson, der nie wirklich geplant hat, Popstar zu werden, sehr wichtig. Als Aktivist der Umweltorganisation "One Percent For The Planet" bringt er seine Platten im Pappschuber auf den Markt und doziert vor Schulklassen über das Thema Recycling. Außerdem lässt er mindestens ein Prozent seines gesamten Profits seither in ökologische Projekte fließen. Mit dem restlichen Geld baut er sich ein eigenes Studio auf Hawaii (The Mango Tree) und gründet sein eigenes Plattenlabel (BrushfireRecords).
Drei Jahre nach dem erfolgreichen Debüt bringt der Sänger mit "On and On" sein zweites Werk auf den Markt. Wieder bleibt er seinem Stil treu und schafft sogar den Sprung über den großen Teich nach Europa. Innerhalb kürzester Zeit verschafft sich Jack Johnson mit halbakkustischem Album und seiner zurückhaltenden Art viel Respekt und eine Menge Fans bei Surfern, und denen, die vom Surfen träumen.
Im April 2005 steht sein Drittling "In Between Dreams" in den Plattenregalen. Die Platte erreicht hierzulande erneut Platinstatus und Jack Johnson steht auf seiner Deutschland-Tour dreimal vor ausverkauftem Haus. Neben einer ähnlich erfolgreichen Live Doppel-DVD schiebt Johnson 2006 noch den Soundtrack zum Trickfilm "Curious George" hinterher. Müde ist er aber noch lange nicht. Anfang 2008 erscheint schließlich sein viertes Album "Sleep Through The Static". Die anschließende Welttournee führt ihn auch für drei Konzerte nach Deutschland.


