Die No Angels sind eine der erfolgreichsten deutschen Bands und gehen im Jahr 2000 als erste Gruppe hierzulande überhaupt aus einem TV-Casting hervor. Dabei handelt es sich die ursprünglich bei RTL2 produzierte Sendung "Popstars", die es bis heute bei Pro7 gibt. Ende 2000 ist die Band mit den Mitgliedern Nadja Benaissa, Lucy Diakowska, Sandy Mölling, Vanessa Petruo und Jessica Wahls nach diversen Ausscheidungen fertig und veröffentlicht wenig später die erste Single "Daylight in Your Eyes". Dieser Song, der eigentlich von der kolumbianischen Sängerin Victoria Faiella stammt, wird in der No Angels-Version der erfolgreichste Song des Jahres und kann fast eine Million Mal verkauft werden. Danach geht es mit dem ersten Album "Elle'Ments" weiter steil bergauf und nach kurzer Zeit kann das Quintett sogar in Ländern wie Brasilien den ersten Platz in den Charts holen.
Auch das zweite Album "Now... Us!", auf dem sich die No Angels erstmals als Songwriter versuchen, wird ein voller Erfolg. Interessant an dem Album ist die Tatsache, dass bei einer Reihe von Songs, vor allem aber bei der ersten Single-Auskopplung "Something About Us" auf diverse Gerüchte eingegangen wird, die in den Monaten zuvor aufgetaucht waren. Ein Aspekt dieser Kampagne war u. a. auch die Homosexualität von Sängerin Lucy Diakowska, die mit dem Thema aber immer selbst sehr offenherzig umgegangen war. Dem Erfolg der Band schadet das allerdings nicht, denn fast alle Singles des "Now... Us!"-Albums können erfolgreich in den Charts punkten. Sogar die mit dem Hannoveraner Dance-Experten aufgenommene Single "Let's go to Bed" wird ein Erfolg, nachdem sie in den offiziellen Charts schwächelt, denn in den Dance-Charts läuft der Song wie geschmiert.
Diskographie
2007 Destiny
2004 Acoustic Angels (DVD)
2004 Acoustic Angels
2003 The Best Of No Angels: Videos (DVD)
2003 The Best Of No Angels
2003 Pure
2002 When The Angels Swing
2002 Now... Us!
2002 When The Angels Swing (DVD)
2001 Popstars: No Angels (DVD)
2001 Elle'Ments
Ebenfalls 2002 folgen zahlreiche besondere Auftritte der No Angels. Dazu kommt eine Auszeichnung mit dem Echo-Award. Im Herbst veröffentlichen die No Angels mit "When the Angels Swing" eine Cover-Version ihrer eigenen Songs, ausgedehnt auf das komplette Album. Obwohl diese Platte nicht an die gewohnten Erfolge des Quintetts anknüpfen kann, macht es das Potenzial der "Girlband" deutlich. Auch das Ausscheiden von Jessica Wahls, die die Band eigentlich nur für eine 6-monatige Babypause verlassen will, tut dem Erfolg der No Angels keinen Abbruch. 2003 veröffentlichen Nadja Benaissa, Lucy Diakowska, Sandy Mölling und Vanessa Petruo ohne Jessica Wahls das dritte Album "Pure". Jessica Wahls zieht es nach der Babypause vor, sich weiter um ihr Kind zu kümmern, da sie den Job in der Band und das Mutterdasein nicht unter einen Hut bringen will oder kann.
Das verbleibende No Angels-Quartett kann mit dem Album "Pure" wieder eine Nummer eins in den Charts landen. Die Single "No Angel (It's All in Your Mind)" schafft es ebenso auf den ersten Platz in den Single-Charts. Das Follow-Up "Someday" wird zu einem Top Ten-Hit. Auch "Pure" wird, wie die Vorgänger Elle'Ments und "Now... Us!" mit Gold ausgezeichnet und beschert der Band die dritte Erfolgsplatte in Folge. Ende des Jahres 2003 sind aber auch die verbliebenen No Angels-Mitglieder in Folge von knapp drei Jahren Dauerstress, Erfolgsdruck und mangelnder Privatsphäre ausgebrannt und beschließen, die Band aufzulösen. Steigende Spannungen und unterschiedliche Auffassungen in Sachen Arbeitsweise sind wohl auch Gründe, weswegen die Band zerfällt. Im Dezember 2003 gibt es noch einige Farewell-Shows, bei denen auch Jessica Wahls wieder mit von der Partie ist. Ende des Jahres ist dann aber endgültig Schluss und die Bandmitglieder widmen sich Soloprojekten.
Nennenswerte Erfolge kann allerdings keine der Damen verbuchen. Lediglich Sandy Mölling schafft es durch massive TV-Promotion im Jahr 2006 mit zwei Songs in die Charts, die es aber nicht ansatzweise mit den Erfolgen der No Angels aufnehmen können. Gleiches gilt für Lucy Diakovska, die es mit einer sehr rockigen Scheibe versucht und auch nicht punkten kann. Allerdings sorgt Lucy Diakovska dafür, dass sie in den TV-Medien stets präsent ist, sei es nun bei VIVA TV als Jurorin in der Karaoke-Show Shibuya oder als Teilnehmerin bei Katharina Witts "Stars auf Eis". Musikalisch gehören die No Angels aber scheinbar der Vergangenheit an.
Ende 2006 kommen in der Boulevard-Presse jedoch Gerüchte auf, dass eine Wiedervereinigung der Band in Kürze stattfinden könnte. Als dann im Dezember 2006 die jüngste Popstars-Staffel zu Ende geht und "Monrose" als aktuelle Retorten-Band feststeht, scheinen sich die No Angels als erste Band dieses Metiers dazu berufen, wieder gemeinsam Musik zu machen. Das Comeback folgt wenige Wochen später und im April 2007 erscheint mit "Destiny" das Comeback-Album. Nicht mit an Bord bei der Reunion der No Angels ist allerdings Vanessa Petruo. Sie hat nach eigenen Angaben keine Lust mehr und außerdem stimme das Verhältnis zu den restlichen Bandmitgliedern nicht mehr.
Im Mai 2008 nehmen die No Angels am deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest teil und setzen sich im Abstimmungsfinale mit 50,5% gegen die Musical-Sängerin Caroline Fortenbacher durch. Zuvor war bekannt geworden, dass Sängerin Nadja Benaissa mit über 200.000 Euro hoch verschuldet ist.


