Xavier Naidoo hat als Künstler so gut wie alles geschafft, was man im Musikbereich erreichen kann. Der Soul- und R'n'B-Sänger hat vom Echo bis zum MTV Award alle gängigen Preise gewonnen, die er aus religiöser und idealistischer Überzeugung jedoch meist nicht annahm. Seinen Erfolg hat sich Naidoo schwer erarbeitet. Schon früh entdeckt der am 2. Oktober 1971 in Mannheim geborene Xavier die Liebe zur Musik. Er tritt einigen Kirchen- und Schulchören bei, bis er nach der Mittleren Reife eine Kochlehre beginnt.
Der Zufall will es jedoch, dass Xavier Naidoo das Angebot für eine Plattenproduktion in den USA erhält. Der 21-Jährige schmeißt die Lehre und reist in die Staaten. Aber diese vorschnelle Entscheidung stellt sich als nicht sonderlich klug heraus. Der Sänger bekommt bald die harte Realität im Musikbusiness zu spüren und kehrt enttäuscht zurück nach Mannheim. Dort angekommen schlägt er sich schließlich mit Musicaljobs und als Türsteher durch, um seine Miete bezahlen zu können. Aber Xaviers Traum ist und bleibt es, eine Solokarriere hinzulegen.
Davon bekommen die Frankfurter Produzenten Moses Pelham und Thomas Hofmann Wind. Sie engagieren den indisch-afrikanischen Soulsänger vom Fleck weg für ihr Rödelheim Hartreim Projekt. Xavier Naidoo singt für das neu gegründete Label 3p als Feature in Sabrina Setlurs Song "Frei sein" und katapultiert sich dadurch in die Öffentlichkeit. Die Kooperation mit 3p endet im Streit, als Naidoo mit den neu gegründeten Söhnen Mannheims erste Produktionen veröffentlicht.
Diskographie
2005 Telegramm für X
2003 ...alles Gute vor uns... (DVD)
2003 ...alles Gute vor uns... (live)
2002 Zwischenspiel - Alles für den Herrn
1999 Live
1999 Nicht von dieser Welt (DVD)
1998 Nicht von dieser Welt
Das stellt nach Ansicht von 3p angeblich einen Vertragsverstoß dar. In der darauf folgenden Klage entscheidet das Landgericht Mannheim jedoch zu Gunsten Naidoos. Im Juli 1998 erscheint schließlich das Debüt-Album und Xavier erfüllt sich seinen Traum. Es scheint so, dass seine neu gewonnenen Fans nur auf einen Soulsänger mit deutschen Texten gewartet haben. Xaviers Songs brechen sämtliche Rekorde, und bereits das erste Album hält sich über ein Jahr in den Top 20. Der Titel "Sie sieht mich nicht", ein Beitrag zum Soundtrack des Films "Asterix gegen Caesar", erreicht Platinstatus.
Xavier Naidoo gibt sich in der Öffentlichkeit sehr religiös. Auch in den Texten unterstreicht er seine Haltung, was ihm in der Presse unter anderem den Titel "Jesus der Hitparaden" einbringt. Grund genug für andere Medienvertreter, den Sänger einmal genau unter die Lupe zu nehmen. Wenig später erscheinen Bilder eines Xaviers, der weniger brav daherkommt. Für den Besitz von 48 Gramm Haschisch und Fahren ohne Fahrerlaubnis wird Naidoo im November 2000 zu 20 Monaten Haft auf Bewährung und einer Geldbuße von 100.000 DM verurteilt.
Seinem Erfolg tut das allerdings keinen Abbruch. Im Dezember 2005 veröffentlicht Xavier sein lang erwartetes Album "Telegramm für X". Die erste Single-Auskopplung "Dieser Weg" klettert bis auf Platz 2 der deutschen Charts. Auch für die deutsche Fußballnationalmannschaft ist dieser Song von großer Bedeutung. Wie später bekannt wird, wurde er 2006 vor jedem WM-Spiel in der Kabine angespielt. Das habe laut Nationalspieler Gerald Asamoah den Teamgeist gefördert und den Siegeswillen der Mannschaft gestärkt. Nach dem Ausscheiden der deutschen Mannschaft ist Xavier Naidoo so berührt, dass er das Lied umtextet und eine Hommage an jeden einzelnen Spieler verfasst. Der Titel ist so gefragt, dass er als Single-Auskopplung auf den Markt gebracht wird und auf Anhieb Platz eins der Charts erreicht.

