Hinter dem Pseudonym Santogold verbirgt sich die New Yorkerin Santi White, die eigentlich aus der "Stadt der brüderlichen Liebe" Philadelphia stammt. Erste musikalische Erfahrungen sammelt sie bereits in den 1980ern. An der Wesleyan University studiert sie karibisches und westafrikanisches Trommeln. In dieser Zeit bekommt sie auch ihren jetzigen Künstlernamen verpasst. Santogold ist eigentlich ein Spitzname, den ein Freund ständig benutzte, wenn er sie ansprach.
Santi White arbeitet außerdem längere Zeit als Sängerin der Punkrock-Band "Stiffed". Diese Gruppe hat bei ihren Auftritten in den USA reichlich Probleme, weil die Tatsache, dass eine afroamerikanische Frau Punkrock singt, von vielen Leuten nicht verstanden wird. So ist es nicht verwunderlich, dass eines ihrer größten Anliegen ist, schubladenfreie Musik zu machen: "Ich glaube, dass die Welt bereit für Musik ist, die sich nicht so einfach in Schubladen stecken lässt", sagt Santogold.
Dass sie sich nicht um Konventionen kümmert, hat sie in der Vergangenheit bereits bewiesen. Mit ihren ersten beiden Singles "Creator" und "L.E.S Artistes" hat Santi White bereits die US-Musikszene mit digitalen Kampfaufrufen und prügelndem Power-Pop aufgerüttelt und zu weiten Teilen für sich gewinnen können. Da macht es Sinn, dass im Mai 2008 ihr Debüt-Album erscheint, um den musikalischen Weg konsequent fortzusetzen.
Diskographie
In New York lebt Santogold seit 1993. Damals verlässt sie Philadelphia, weil ihr Vater an Krebs stirbt. Kurz zuvor gerät dieser als Mitarbeiter des städtischen Bürgermeisters unter Korruptionsverdacht. Trotz Erkrankung lassen die US-Bundesbehörden nicht locker und sorgen so für eine Verschlechterung seines Zustandes. Von dieser Erfahrung denkbar negativ beeinflusst beginnt Santogold, sich über die wirklich wichtigen Dinge des Lebens Gedanken zu machen. In ihrer Wahlheimat trifft sie auf viele Gleichgesinnte und hat dank ihrer neuen Umgebung genügend Inspiration und Material für das Songwriting.
"Der Umgangston ist ein wenig rau, aber hier gibt es sehr viele Künstler. M.I.A wohnt nur einen Block von mir entfernt und unser Freund Tyler von !!! lebt auch nur eine Straße weiter. Es ist aber auch so, dass, egal zu welcher Zeit, immer eine Gruppe von Jungs zusammen an der Ecke steht und dich belästigt, während du vorbeiläufst. Auf den Straßen liegen Hühnergebeine rum, überall wird Alkohol verkauft und du siehst eine Kirche neben der anderen stehen. Manchmal hörst du sogar Gewehrschüsse. Es gibt also viel über das man schreiben kann", erzählt Santogold.
Das hat Santi White getan. Und ebenso wie sich der Song "You'll Find A Way" mit den negativen Erlebnissen nach dem Tod ihres Vaters befasst, finden sich auf der Platte viele andere Songs, die zwar nicht unbedingt einen traurigen Hintergrund haben, aber immer doch ernste Fakten als Basis. Die komplette Umsetzung ihrer Songs ist Santogold sehr wichtig. Die Lower East Side in New York gilt dabei als größter Bestandteil ihres kreativen Anstosses: "Manchmal ist es aber auch zu viel. Es zerknirscht sich selber und ist zu schwer. Wenn es dir heikel vorkommt, dann ist es einfach nicht dein Ort, aber wenn du dich davon angespornt und inspiriert fühlst, und es dir scheint, dass dir das kein anderer Ort geben kann, dann ist es gut, und so fühlt es sich für mich an", sagt Santogold.

