Wir sind Helden zählen heute zu den erfolgreichsten deutschen Popgruppen. Und das obwohl oder vielleicht sogar weil sie ihre Texte in deutscher Sprache singen. Dabei ist die Band sich und ihrem Stil immer treu geblieben. Wir sind Helden gilt als eine der Bands, die die Wiederbelebung der Neuen Deutschen Welle ausgelöst haben. Daran war vor 10 Jahren aber noch gar nicht zu denken. Ende der 90er Jahre macht sich eine gewisse Judith Holfelder von der Tann mit ihrer Gitarre auf den Weg nach Berlin. Hier tritt sie unter dem Namen Judith Holofernes in einigen Bars und Kneipen als Solokünstlerin auf.
Später darf sie mit ihrem eigenen Programm auch in kleineren Clubs spielen. Die deutschsprachigen Songs schreibt die Sängerin selbst. Sie ähneln bereits sehr dem späteren Stil von Wir sind Helden. Der Stil kommt auch in der Solovariante gut beim Publikum an und Judith Holofernes bringt mit "Kamikazefliege" eine erste CD auf den Markt. An einer privaten Hamburger Schule für Popmusik lernt die Sängerin schließlich ihre Bandkollegen, den Keyboarder und Gitarristen Jean-Michel Tourette (Jens Eckhoff) und den Schlagzeuger Pola Roy (Sebastian Roy), kennen.
Die drei verstehen sich auf Anhieb und musizieren ab sofort unter dem Namen "Helden". Der Titel soll an David Bowies Single "Heroes" erinnern. Im Repertoire der Band stehen unter anderem auch eigene Songs von Judith, die sie schon auf ihrem Erstlingswerk veröffentlicht hatte. Hinzu kommen nur ein paar Synthie-Pop-Elemente, die den typischen Heldensound ausmachen. 2002 wird bei einem Newcomer-Abend schließlich der Produzent Patrik Majer auf die Band aufmerksam. Zusammen nehmen sie, inzwischen als "Wir sind Helden", einige Titel auf und veröffentlichten in einer sehr kleinen Auflage von 3000 Stück die EP "Guten Tag".
Die Platte geht weg wie warme Semmeln und macht die Band zunächst innerhalb Berlins bekannt, wo sie der Sender "radioeins" regelmäßig spielt. Von dem Erfolg beflügelt versuchen Wir sind Helden 2003 ihr Glück mit der Single "Guten Tag". Das Video zum Titel wird von den gängigen Musiksendern gespielt und Judith wird mit ihren Jungs bei Harald Schmidt einem Millionenpublikum vorgestellt.
Den Aufwind nutzen Wir sind Helden und schieben im Mai 2003 ihre zweite Single "Müssen nur wollen" nach. Das dazugehörige Album "Die Reklamation" folgt Anfang Juli. Die Presse ist erstaunt über die Andersartigkeit der Berliner. Sie beschreibt den Stil der Newcomer als eine Mischung aus unkomplizierten, geradeheraus gespielten Songs, aber auch einfühlsamen Balladen mit gekonnt eingesetzten und schlau pointierten Textfrequenzen. Schnell werden Wir sind Helden zum festen Bestandteil der deutschen Popmusikszene, und ihre eingängigen Melodien werden bundesweit durch alle Radiostationen gejagt. Das Debütalbum verkauft sich stolze 500.000-mal und die dazugehörige Tournee ist sofort ausverkauft.
Der rasante Aufstieg wird belohnt, und Wir sind Helden können sich 2004 gleich über 3 der begehrten "Echos" freuen. Sie gewinnen in den Kategorien "Nationaler Newcomer Videoclip", "Nationaler Nachwuchspreis der Deutschen Phono-Akademie" und "Nationaler Radio-Nachwuchspreis". Und weil Erfolg das Quartett in seiner Karriere stets beflügelt hat, verbringen sie ihre Zeit in den kommenden Monaten fast ausschließlich im Tonstudio. Das Ergebnis, das dritte Album "Von hier an Blind", erreicht innerhalb weniger Wochen nach Erscheinen Platinstatus. Und auch die dazugehörige Deutschlandtour spielen Wir sind Helden vor ausverkauften Hallen. Auch das Erstlingswerk "Die Reklamation" steigt 2005 erneut in die Album-Charts ein und erreicht zeitweilig sogar Platz 38. Insgesamt werden von den ersten beiden Alben in Deutschland über 1,2 Millionen Exemplare verkauft.
Auf dem amerikanischen Markt gelten Wir sind Helden als Geheimtipp und auch die Holländer und Franzosen fahren auf den Sound der Band ab. Da liegt es nahe, einige der Songtexte in andere Sprachen zu übersetzen. Also nimmt die Band eine japanische Version von "Von hier an blind" auf, sowie französische Versionen von "Guten Tag" (franz. "La Réclamation") und "Aurélie" (franz. "Aurélie, c'est pas Paris").
Die wollen natürlich auch gespielt werden, und so treten Wir sind Helden in Belgien, Holland und Dänemark auf und spielen sogar Gigs in Paris und London. Zu dem Zeitpunkt ist Judith, die inzwischen mit Schlagzeuger Pola Roy verheiratet ist, schwanger. Und so legt die Band im Herbst 2006 erst einmal eine Babypause ein. Nachdem Söhnchen Friedrich geboren ist, startet Judith jedoch wieder voll durch. 2007 meldet sich die Band mit ihrem neuen Album "Soundso" zurück. Wieder erreichen die Helden Goldstatus. Die erste Single "Endlich ein Grund zur Panik" erscheint und Judith Holofernes geht mit Kind und Kegel und ihren Helden auf Tour.

