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Ganz und gar nicht gewöhnlich
Ungewöhnlich in jeder Hinsicht: Songtitel, Bandname, Albumtitel, Cover. Bis hierhin unerreicht. Und musikalisch? Irgendwie zwischen Kante, Der Hund Marie und The Notwist. Eine Querflöte kommt zum Einsatz, Waldhorn, Akkordeon, Cello. Was wie ein Debüt ausschaut, ist bereits das vierte Album. Delbo gibt's schon länger. Und mit der "Grande Finesse" kommt die ganz große Nummer, mit Vinyl und so weiter. Alles da, man muss es nur wollen.
Delbo spielen mit Finesse, wie der Name schon sagt. Hauchzarte Arrangements, gut durchdacht, aber auch mal Gerocktes mit Inhalt. Was es sein soll? Ein "Entwurf aus Pop, Kunst und Sehnsucht" und die "Erweiterung ist ihre eigene Ausweitung auf eine reduzierte Formenvielfalt", klingt gelesen negativ, klingt aber hörtechnisch ausgereift und intellektuell. Es geht um das Leben an sich, das große Gefühl in Apricotfarben, Hilflosigkeit. Es ist ein bisschen wie Jazz. Einstudierte Improvisation könnte man meinen. Melodien mit verschobener Rhythmik und direkter Einstieg ohne Intro. Immer auf Abruf, um gleich weiter in die Tiefe zu gehen.
Delbo sind nicht eingängig, aber zeitlos. Kein leichter Zugang also für die, die sich mit ihnen noch nicht befasst haben. Was wollen die drei Berliner mit "Grand Finesse" erreichen? "Poetisches, Melancholisches im gleichen Atemzug Aufbauendes wie ein Amelie-Soundtrack ohne den Lärm Sonic Youth'scher Art missen zu lassen", so die vollmundige Versprechung. Musik falso für Uni-Professoren und Gesundheitsbewusste oder wie?
Playlist
1. Piamo
2. Moto
3. Apricot
4. Hermelin
5. Yeti
6. Belvedere
7. In zierden
8. Souvenir
9. Polo
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Website von Delbo
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