Langsam und gemütlich
Madonna ist bekennender Fan des vergangenen Goldfrapp-Albums, das mit dem Glitter und ganz viel Disco. Aber was sich gut anhört, kann ebenso schnell ins Gegenteil umschlagen. Und Sängerin Alison Goldfrapp gibt offen zu: "Zuletzt konnten wir "Supernature" einfach nicht mehr hören." Also wieder auf Anfang, da wo sie als Geheimtipp gestartet waren: bei 0 und dem butterweichen Erstling "Felt Mountain". Und nun das: Mit "Seventh Tree" geht es in die Ruhe der Natur, ganz gediegen und zurückgelehnt. So musste es ja kommen. Vom ersten zum dritten Album gab es immer wieder eine kleine Steigerung und nun - nach der eigenen musikalischen Reizüberflutung - wollen Goldfrapp derzeit nur noch chillen. Mit "Seventh Tree" ist das einigermaßen gelungen.
Alison Goldfrapp liegt mit ihrem Eigensinn auf gleicher Augenhöhe mit Künstlerinnen wie Roisin Murphy oder Feist. Nur musikalisch gibt es mehr Experimente. Negativ? Nicht ganz. Mit "Seventh Tree" geht es nun nicht mehr auf die Überholspur, sondern auf Standbild, Zeitlupe. Wie eine sprießende Frühlingswiese. Kalkuliert sonnig-warm, "Happiness" sozusagen, aber eben nicht überstürzt. Aber aufgedreht wird irgendwie gar nicht. Und irgendwann wird's dann doch zu vorhersehbar.
Der Zauber ist verschwunden und der Glamour-Faktor. Goldfrapp wollen einfach nur noch da sein. Mit "Seventh Tree" überraschend anders, aber nicht automatisch überraschend gut. Sich gehen lassen, die Füße ausstrecken und den Entspannungstee noch mal nachfüllen. Hoffentlich bleibt's trotzdem in den Köpfen und nicht in den CD-Playern für Hintergrundberieselung.

