Brennendes Debüt
In den 1980er Jahren wären Jennifer Rostock mit ihrem Album der neuen deutschen Welle und Bands wie Nina Hagen und Ideal "Ins Offene Messer" gelaufen. Im Hier und Jetzt sind sie einfach nur Rock, der es bis zu Stefan Raabs Bundesvision Song Contest schafft und - den fünften Platz von möglichen 16 belegt. Ihren Song, den sie dort präsentierten: Kopf oder Zahl. Ihre Zahl war 79, so viele Punkte erreichten Jennifer Rostock bei Raab. Die Band trat für Mecklenburg-Vorpommern an. Da kommt das erste Album gerade recht: "Ins Offene Messer": "Bitte machen Sie Platz für die Karriereleiter", so eine Textstelle.
Mit den Worten von Jennifer Rostock: "Wir haben Dreck am Stecken, wir haben Blut geleckt." So klingt es auch, das erste Album. Es hat richtig viel Feuer. Texte von unbequem bis unbeschwert, rockige Nummern und einfach drauf los. Man hört den Spaß, den sie auf "Ins Offene Messer" haben. Sie wollen was und wissen, was sie wollen: "Wir wissen wir haben keine Chance, aber die werden wir nutzen!" teilten sie bei Stefan Raab mit. Und ihre Chancen könnten auch in Zukunft wirklich gut stehen.
Für den rebellischen Einstieg sind unter anderem die beiden Bandmitglieder Jennifer und Joe verantwortlich. Sie liefern Text und Musik. Aufgewachsen in Usedom geht es jetzt mit "Ins Offene Messer" in offene Großstadtwelten. Dort werden Jennifer Rostock sicher nicht gefressen, sondern bejubelt. So was merkt man sich. Und auch im weiteren Verlauf des Albums hat man nicht den Eindruck, als würde ihnen auf halber Strecke die Puste ausgegangen sein. Nein, das Rock'n'Roll-Feuer brennt bis zum Schluss. Und für den passenden Analog-Sound gibt es auch ne Vinylscheibe dazu. Wer die Band sehen will: bis Oktober (!) sind sie auf Tour, um die Welt zu infiltrieren. Jennifer, ich will "Ein Kind von dir".

