
Geballte Anzüglichkeit
Was hier zunächst so aussieht, als handele es sich um einen Soundtrack zu einem fiktiven Historienschinken, ist in Wirklichkeit eine abgedrehte Rockband mit Namen Louis XIV, die mit "Slick Dogs And Ponies" ihr zweites Album veröffentlicht und so klingt, als hätte sich John Lydon von P.I.L. mit Queen zur Jamsession getroffen und das Material wäre jetzt aufgetaucht. Das macht sich unter anderem in der Dramaturgie bemerkbar und den Hang zur musikalischen Theatralik, den pompösen Arrangements und dem Durchgeknallten in der Stimme. Aber Louis XIV's "Slick Dogs And Ponies" ist dennoch nicht gerade ein Werk, das man mal so eben nebenbei beim Abwasch hört.
Die Verbindung zu Queen ist nicht zufällig. Für eine Neuauflage der legendären "Flash Gordon"-Serie coverten Louis XIV den Titelsong, den einst Mercury und Co performten. Für erste Aufmerksamkeit sorgten Louis XIV mit ihrem freizügigen Video zu "Paper doll". Die Band an sich ist auch umstritten. Vor allem in den Staaten kennt man sie wegen ihrer sexuell orientierten Texten. Das wirkte auch immer wieder in negativer Presse aus, die Sänger Jason Hill aber auch durchaus schon mal als Kompliment deutet. Auch "Slick Dogs And Ponies" kann natürlich nicht auf den Aufkleber "Parental advisory explicit content" verzichten.
Dass Louis XIV aber auch zu sanfteren und durchaus durchdachten Songs fähig sind, beweist unter anderem das sanfte 5 1/2 Minuten lange - mit Streichern und Piano besetzte - "Hopesick". Vom hörbaren Lebensgefühl könnte dies aber auch die Band Pete Dohertys sein: krachend gut und explizit rockig anzüglich.
1. Guilt By Association
2. Air Traffic Control
3. Misguided Sheep
4. Theres A Traitor In This Room
5. Sometimes You Just Want To
6. Tina Explicit
7. Stalker Explicit
8. Free Wont Be What It Used To Be
9. Swarming Of The Bees
10. Hopesick
11. Slick Dogs And Ponies
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