
Tristesse mit vorsichtiger Lebenfreude
Irgendwo unterwegs, am Rande der Stadt und noch weiter, dort, wo selten jemand verweilt, finden Mariannenplatz ihre Inspiration - vermutlich. Sie machen melancholischen Deutsch-Pop, manchmal verträumt, manchmal mit Elan, aber immer melodisch, der Titel "Schwarz und Weiss" ist dabei Programm. Doch irgendwie gibt es schon genug von diesen Bands mit diesem Muster: Madsen, Olli Schulz, Kante, Karpatenhund. Warum also auch noch Mariannenplatz?
Vielleicht weil sie keine Trittbrettfahrer sind. Die Zeiten stehen gut für Bands wie diese. Und "Schwarz und Weiss" ist schon der dritte Longplayer der Berliner Jungs von Mariannenplatz. Natürlich kommen sie aus Berlin, ganz klar. Da, wo das Leben unendliche Geschichten schreibt, die man nur aufsammeln muss, um ein paar Gitarren hinzuzupacken.
Kleinstadt-Tristesse ist das Stichwort. Dennoch klingen sie durchaus lebendig und wissen sich mitzuteilen. "Kämpf um deine Freiheit" heißt es in einer Textstelle. Mariannenplatz klingen sehr entschlossen. "Dein Herz braucht keine Religion". Größere Aufmerksamkeit erlangten sie bei der Eröffnung der Berliner Hauptbahnhofes vor mehr als 100.000 Zuhörern und als Supportband bei der Hallentour mit Mia. Zwei Songs aus "Schwarz und Weiss" sind zudem in deutschen Kinofilmen zu hören: "Nicht Wichtig" aus "9 Szenen" und "Wohin" aus "Die Wolke". Auch eine Coverversion ist als letztes Stück auf dem Album vertreten, wobei das der uninteressante Titel der CD ist: "Du trägst keine Liebe in Dir", den der ein oder andere sicher von der Band "Echt" kennt. Ansonsten darf man sich Mariannenplatz durchaus mal merken. Kann nicht schaden.
1. Stadt ohne Farben
2. Bitte sag nichts
3. Steht auf!
4. Sommer
5. Gut
6. Gegen die Wand
7. Dein Lächeln
8. Ich vs. Ego
9. Neben dir
10. Disko
11. Ja ja
12. Oh Ja
13. Du trägst keine Liebe in dir
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