Musik als Lebensinhalt
DJanes sind zu rar gesät. Traut sich keine? Na ja, man kennt das ja: Frauen und Technik, zumindest was die "Arbeit" an den Turntables betrifft. Kleiner Spaß. Natürlich geht's an den Reglern auch bei den Frauen zur Sache. Miss Kittin ist ein gutes Beispiel. Caroline Hervé ist so eine. Sie ist präsent seit 1994. Da tauchte ihr Name erstmals auf einem Raveflyer auf. Und sie spielte alles: Chicago, Acid, Detroit Techno, harten Techno, Chilliges. Mittlerweile mixt sie mit Künstlern wie Aphex Twin. "Bat Box" ist aber ein richtiger Vocal-Elektroschocker- eigensinnig, tanzbar, sexy.
"Bat Box" ist ihr zweites Solowerk, das sich etwas anders gestaltet wie ihr Debüt. Ganz Miss Kittin eben. Mal so, mal so, aber immer präzise und mit sicherem Gespür fürs Außergewöhnliche. Sie zählt zu den am meisten respektiertesten Künstlern der Danceszene und hat es sich durch Qualität und Leidenschaft zur Musik erarbeitet. "Ich liebe es, Platten aufzulegen. Ich kann mir keine bessere Sache vorstellen."
Dreizehn Eigenkompositionen sind auf dem Album mit dem Fledermausbezug "Bat Box" zu hören. Für Miss Kittin sei es ein "Befreiungsschlag" gewesen. Sie hat sich von Geistern verabschiedet und die Fledermäuse im Kopf vertrieben. Zudem erscheint das Album auch noch auf ihrem eigenen Label. Sie lässt sich nicht beirren, was auch auf dem vorliegenden Album eindrucksvoll zu hören ist. Minimalistisch aber dennoch tanzbar. Für Miss Kittin ein positives Album. Und alles in allem eins mit nicht festgelegter Elektronik und markanten Sprechgesängen.

