Glücklich und zufrieden
Da ist es, das - wie heißt es so schön - lang ersehnte neue Album von Nada Surf. Damit wandeln sie wieder so zwischen Notwist und REM. Und natürlich ihrem eigenen Stil. Anderen Bands gerne ein Stück voraus, aber nicht außer Sichtweite. Jetzt sind die "Lucky" und verzichten dabei aber dennoch nicht auf die Nada Surfse Schwermut.
Im Band eigenen Loft in Brooklyn wurde ohne Druck und gutem Essen "Lucky" eingespielt, Melodien aufgebaut und Texte von Weltkriegserlebnissen über eine Skulptur in einer Romer Basilika bis hin zur Beschreibung einer Liebesbeziehung geschrieben. Der Albumtitel "Lucky" ist kein Zufall. Es soll die Grundstimmung der Band symbolisieren und es besteht kein Grund, es Nada Surf nicht zu glauben.
Nada Surf haben auch auf "Lucky" ihr Gespür für Melodien nicht verloren. "Lucky" ist ein gutes Stichwort, das unüberhörbar ist und den allgemeinen hohen Anspruch Nada Surf's nicht aus den Augen verliert. Das reguläre sechste Album, abgesehen von der ersten EP und dem B-Seiten-Album, lohnt sich ohne "Aber". Die Songs sind stimmig und gut arrangiert und die Jungs gut drauf mit einigen Ideen für die Dramaturgie. Für noch mehr Ausgefeiltheit holten sie sich Unterstützung von Leuten wie Lianne Smith (Duettpartnerin auf "Film did not go round"), Juliana Hatfield und Justin Rodrick (auf "Ice on the wings"). Auch via Internet sind einige Kollaborationen entstanden: Martin Wenk von Calexico sorgte für die Bläser auf "Ice on the wings" und Ed Harcourt (Piano auf "Beautiful beat" und "Weightless". Es hat sich gelohnt.

