Breites Themenspektrum
Der Duft der weiten Welt über steinige Felsen hinweg in die Freiheit: Es gibt nicht viele, von denen man behaupten kann, dass sie das "Marlborobild" von Amerika repräsentieren wie Sheryl Crow. Aber sie kann auch mal anders. Auf "Detours" ist es zu hören, wenn auch musikalisch ein bisschen zu glatt. Dafür packt sie auf "Detours" heiße Themen an, von Missständen, vom Haben und Festhalten, von Veränderungen und vom Loslassen, von Anfängen und Ausgängen, Zerfall von Beziehungen, die Adoption eines Kindes, der öffentlich ausgetragene Kampf gegen Brustkrebs und ihr Einsatz gegen den Krieg im Irak ("Peace be upon us"). Auf letzterem Song hat Sheryl Crow Unterstützung vom arabischen Künstler Ahmed Al Hirmi, der arabische Texte beisteuert.
Sheryl Crow steckt also ihren vermutlich bisher größten thematischen Rundschlag mit "Detours". Ihre Musik ist dabei aber weniger aufregend als ihr Mitteilungsbedürfnis, auch wenn Folk, Pop und Country eine betörende Mischung darstellen könnten. So verlieren die erzählten Geschichten der neunfachen Grammygewinnerin etwas an Gewicht.
Aber es ist nicht auszuschließen, dass auch "Detours" eine große Gemeinde finden wird. Schließlich landete bisher jedes der Studioalben von Sheryl Crow in der ersten Verkaufswoche in den Top-10 der US-amerikanischen Charts, was hierzulande natürlich anders aus sah. Dennoch: Sie bleibt eine "ausgezeichnete" Künstlerin mit Klassikern wie "All I Wanna Do". Mit ihrem neuen Album kann sie thematisch sicherlich etwas bewegen und zurücklassen, musikalisch geht sie damit aber nicht in die Geschichte ein.

