Wie aus einem Guss
Es klingt eigentlich wie aus einem Guss, einem futuristisch schepperndem, dabei haben die Junior Boys "nur" andere gemixt. Aber wie ein eigenes Album kracht es durch 19 Tracks. Ein virtueller Science Fiction-Actionstreifen im Kopf. "Body Language Six" ist Körpergefühl pur. Wie in einem Rausch möchte man den Kopfhörer gar nicht mehr abnehmen, vor allem auch deswegen weil sich die Junior Boys hiermit alles andere als übernommen haben. Das Album langweilt mit keinem Ton.
Im Gegensatz zu anderen Mixalben, die schon mal einen Track mit verschiedenen Versionen beinhalten, wurde hier mit exzellentem Gespür für Dramaturgie herangegangen. Es finden sich auf "Body Language Six" Tracks von Visage (die man ja üblicherweise von "Fade to Grey" kennt), aber auch Künstlern wie Rework und Chloé. Es sind nicht die großen Namen, die hier punkten, sondern die großen Mixe, von dem man bei keinem sagen kann, dass er überflüssig wäre.
Dennoch haben sie auch einen eigenen Track beigesteuert: No Kinda Man. Von mystisch bis funky, von spacig bis abgedreht ist viel dabei, was die Mischung hörenswert macht. Wer seinerzeit die psychedelischen "Tripomatic Fairytales" von Jam & Spoon mochte, dürfte hieran auch seine Freude haben. Junior Boys sind Jeremy Greenspan und Matt Didemus aus Kanada, die erst 2004 mit eigenen Sachen durchstarteten. So liegen ihnen also noch jede Menge Clubs auf allen Kontinenten zu Füßen, um von ihnen elektropopmäßig beschallt zu werden. "Body Language" ist mit den Junior Boys der sechste Teil einer Compilation-Reihe des Labels.

