Die "Heiligen drei Könige des deutschen HipHop"!
So ziemlich genau drei Jahre ist es her, da erschien mit "Am Wasser gebaut" eines der bisher erfolgreichsten Alben von Fettes Brot. Songs wie "Emanuela" und "An Tagen wie diesen" katapultierten das Hamburger Trio nach einer Zeit der Abstinenz wieder ganz nach oben in Richtung HipHop-Thron. Mit "Strom und Drang" steht nun der Nachfolger in den Regalen und auch bei dieser Platte stehen die Zeichen eindeutig auf Erfolg.
Das zeigte bereits die erste Single "Bettina, zieh dir bitte etwas an". Gerüchten zufolge soll der Song ja zu Konsequenzen geführt haben (wir berichteten). 9Live-Moderatorin Bettina Ballhaus fühlte sich angesprochen (ja, die hat solche Quizshows gemacht) und wechselte prompt den Job. Ob sich dies tatsächlich auf Fettes Brot zurückführen lässt... nicht so wichtig. Wichtig ist, dass Björn Beton aka Schiffmeister, Doktor Renz und König Boris mit "Strom und Drang" zeigen, wie gut HipHop klingen kann.
Auch und vor allem dann, wenn man sich nicht um die aggressiven Attitüden im deutschen HipHop schert (der Fingerzeig geht u. a. nach Berlin). Es müssen nicht immer Schimpfworte sein, es muss nicht immer ein harter Sound sein, und man muss nicht immer andere herabwürdigen, um glaubhaften HipHop zu machen. Fettes Brot beweisen das mit ihrer neuen Platte. Es geht elektronisch zu (hätte man sich beim Titel denken können), die Platte ist abwechslungsreich, sie wird nicht langweilig und vor allem merkt man, dass die Jungs was in der Birne haben.
Bemerkenswert ist auch, dass "Strom und Drang" immer besser wird, je öfter man die CD hört. Auch das hat in heutigen Zeiten Seltenheitswert. Insofern können wir nichts anderes als eine grandiose Bewertung abgeben für die "Heiligen drei Könige des deutschen HipHop". Eine der besten Platten des Jahres bisher.

