Besonderer Sound für den anspruchsvollen Kenner
Nicht leicht einzuordnen: Das Cover könnte als Flyer zu einer abgedrehten Fotoausstellung dienen, der Name "Inverse Cinematics" für eine Designfirma für Kinobestuhlung und die Musik so ein bisschen hier, so ein bisschen da. Jazz, Electro, Funk, Soul. Und alles kommt aus Stuttgart, auch wenn es aus dreckigen Hinterhöfen New Yorks entstammen könnte. "Passin' Through" ist vom 22-jährigen Danilo Plessow, der schon länger in der internationalen Clubszene bekannt ist.
Kurios: Mit sechs Jahren am Schlagzeug, mit zehn schon Experimente mit elektronischer Musik, wo andere noch zwischen Brav, Badesee und Hausaufgaben noch nicht wissen, wohin die Reise gehen soll. Danilo Plessow wusste es. Er kaufte sich Studioequipment, die ersten Tracks entstehen - mit zwölf! Und irgendwann gehts in die Clubs, werden Remixe erstellt, werden weitreichende Kontakte geknüpft. Und nun das Album "Passin' Through", das sich anschickt, gemocht zu werden. Natürlich: Man muss sich drauf einlassen können, den Mix aus oben genannten Stilen nicht scheuen. Aber dann geht es butterweich durch die Boxen. Ein bisschen Freistil gehört natürlich dazu, wenn der Jazz sich aufdrängt, sich mit elektronischem Grundteppich vermischen zu wollen, was hier gnadenlos gelingt. Es ist nicht seine erstes Album. Es gab auch schon Veröffentlichungen wie "Vogelhaufen", aber dieses hier ist das sicher eindringlichste.
Hand aufs Herz: Inverse Cinematics ist nichts für die Masse, aber für den Kenner und Liebhaber von Klangabenteuern. Und was die Idee dahinter ist, vermag die Pressemitteilung wie folgt zu benennen: "Einmal mehr die Leidenschaftlichkeit schwarzer Sounds in einem in sich stimmigen Album zu vereinen und dabei eine Reise durch Danilos musikalische Sozialisation zu beschreiben."

