Kurz und gut
Es gibt nicht viele Alben junger Künstler, die man bereits nach den ersten Tönen unbedenklich empfehlen kann, ohne sich zunächst einen Eindruck vom Rest gemacht zu haben. Bei Meldoy Gardot ist es so. "Worrisome Heart" überzeugt von der ersten Minute. Und auch die übrigen neun Songs können sich wahrlich hören lassen. Melody Gardot braucht sich nicht zu verstecken.
Man kann schon mal schnell auf den Vergleich zu ähnlichen Konkurrentinnen wie Norah Jones oder Katie Melua kommen, aber Melody Gardot ist noch mit sehr viel mehr Ausdruck und Jazz dabei und hat dieses unbeschwerte "badababobado" eines Al Jarreau, dass das "Worrisome Heart" zu einer runden Sache macht. Gardot hat mit ihren 22 Jahren natürlich musikalische Vorlieben, die sich von den meisten ihrer Altersgenossen gehörig unterscheiden.
"Worrisome Heart" hat jede Menge Akustik zu bieten, mit persönlichen Texten und Gefühl. Ein Cello ist zu hören, eine Steelgitarre, Wurlitzer, Tenor Sax, Klarinette und noch einiges mehr. Eine bunte Mischung, die sich aber gut ineinander fügt, ohne langweilig zu wirken. Dabei sagt Gardot von sich selbst, dass sie eigentlich nie damit gerechnet hätte, einmal wirklich Musik zu machen. Mit 16 Jahren spielte sie zur Aufbesserung des Taschengeldes in Pianobars. Und das ist jetzt dabei rausgekommen. Wie gesagt. Eine runde Sache. Melody Gardot hat das richtige Gespür gehabt. Da kann man auch schon mal vergessen, dass das Album mit seinen 35 Minuten nicht allzu lang ist.

