Im dritten Anlauf gut
Britpop oder was? Klingt so. Und die Briten sind verrückt genug, um ein so irres CD-Cover und Inlay zu gestalten. Das Leben in zwölf Songs, so könnte das Motto von The Young Knives auf ihrem Album "Superabundance" lauten, das Leben im "Überfluss" sozusagen. Und das geht mit treibenden Gitarren-Stadion-Songs mit Streichermomenten. Und einer Stimme zwischen John Lydon (Ex-PIL) und David Byrne (Ex-Talking Heads). Manchmal winken sogar die Beatles von weitem zu. Ja ja, dieser ewige Vergleich mit den Beatles, sobald eine britische Band Pop macht. Aber hier passt er. The Young Knives haben also ein ganz passables Album veröffentlicht.
Henry Dartnall, Bruder Thomas und Oliver Askew sind The Young Knives, die sich 1997 gründeten. Trotz ihrer nicht immer lustigen Texte, beweisen sie trotzdem eine Portion Ironie und Humor. Ihr erstes Album nannten sie "The Young Knives...Are Dead". OK, akzeptiert. Dafür klingen sie aber auf ihrem nun dritten Album sehr lebendig und durchaus kräftig und man hat nicht den Eindruck, dass mit "Superabundanced" der Überfluss schon erreicht ist.
Zur Optik: Die drei könnten auch aus der Computerbranche kommen und dem Bankwesen. Maßanzüge, Brillen wirken dabei durchaus sympathisch und stören ihr Musikverständnis nicht weiter. Als die drei anfingen, nannten sie sich noch "Simple Pastoral Existence", was nun wirklich nicht der einprägsamste Name war. Aber auch Ponyclub als neuer Name brachte ihnen keinen Glück, da dieser in der Musikszene schon vergeben war. Und nun als "The Young Knives". Nachdem sie ein paar Runden spielten, hatten sie 2005 dann endlich einen Manager, der sie ein wenig nach vorne brachte. Und da sind sie nun. Mal sehen, was noch so kommt. Mit "Superabundance" haben sie eine gute Grundlage geschaffen.

