
Zehn Jahre modernes Mittelalter
"Entspanntes Umfeld, vier Aufnahme- und drei Regieräume, Mastering Suite, Catering, Gästeappartement und Zufriedenheitsgarantie": So werben die Hofa-Studios in Karlsdorf auf ihrer Internetseite. Hört sich doch gut an, um ein Album aufzunehmen. Genau dort ist eine Platte entstanden, deren Titel einem der schlechtesten Bücher entnommen ist, die "Schandmaul"-Stimme Thomas Lindner je gelesen hat, wie er selbst zugibt. Die "Anderswelt" kann dabei so schön sein, mit spannenden Geschichten und formvollendeten Arrangements, so wie bei Schandmauls regulärem sechstem Album.
Schandmaul trauen sich im zehnten Jahr nach Bandgründung, an ihrem Sound festzuhalten und sich dabei nicht zu wiederholen. Die Idee zur Band entstand übrigens mit einem "bunt zusammen gewürfelten Haufen einschlägig bekannter Landkreis-Mucker". Es sollte ein lustiges Musizieren einiger Folkstückchen werden. Zehn Jahre auf später "Anderswelt" gibt es reifen, professionellen Sound mit üppiger Instrumentierung. Keine überflüssigen Soli, keine langatmigen Platzhalter, nur ausgearbeitetes Liedgut auf 14 Songs.
Da wäre zum Beispiel die "Königin", bei deren Atem die Menschheit dahinrafft und ihr Flügelschlag die Pein verheißen soll. "Die Braut" hingegen wartet auf ihren Königssohn und auf die Quelle seiner Lust. Doch des Königs Henker wird ihn strafen. "Weder Mensch noch Tier" ist der Protagonist in "Zweite Seele": ein Vagabund am Höllenschlund. Es ist eine Freude, ihnen auf "Anderswelt" zu zuhören. Schandmaul scheinen ihre Aufnahmen genossen zu haben, in diesem entspannten Umfeld: Mit Dudelsack, Flöte, Kontrabass, Schalmeien, Bratsche, Drehleier, Geige, E-Bass und diversen Gitarren.
1. Frei
2. Krieger
3. Anderswelt
4. Königin
5. Zweite Seele
6. Die Braut
7. Missgeschick
8. Sirenen
9. Stunde des LIchts
10. Fiddlefolkpunkt
11. Augen auf!
12. Wolfsmensch
13. Drei Lieder
14. Prinzessin
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