Vielseitig und gut
Will.i.am hat zwei Songs produziert, Kanye West stimmlich mitgeholfen beim "American Boy". Der ist aber keine Messlatte für den Rest des Albums "Shine" von Estelle, die nicht, wie man vermuten könnte, wenn man den Sound hört, aus den Staaten kommt, sondern von den britischen Inseln. Das macht das Album noch ein wenig sympathischer. Und gegen divenhaftes Benehmen: Im Booklet hat sie Polaroids familiärer Momente und Begegnungen mit Freunden abgebildet. Sehr angenehm. "Shine": Der Albumtitel passt.
Zurück zu "American Boy". Der groovt soulig. Estelle Swaray zeigt sich vielseitig, so dass man in dieser Richtung nicht noch einmal etwas erwarten kann. Jeder Song steht wirklich für sich. Mal ist es Reggae, mal Pop, mal Soul, mal HipHop, mal R'n'B, mal was zum Abchillen. Und alles zusammen eine Einheit. "Shine" macht sich gut im Player. Geht gut fürs Café, für einen Sofaabend mit Cocktail, für die Partyvorbereitung, für den Tag danach. Estelle legt sich nicht fest und fährt gut damit.
Man hat so auf jeden Fall nicht den Eindruck, etwas von ihrer Tiefe verpasst zu haben. Und sie ist dabei nicht nur Sängerin. Sie rappt, schreibt die Songs, produziert und hat ein erfolgreiches Plattenlabel. Dennoch wusste sie die Vorteile guter Kollaborationen zu schätzen. Neben Will.i.am und Kanye West haben auch Mark Ronson und Cee-Lo mitgemischt. Sie wollten nur das Beste für die Künstlerin mit senegalesischem Hintergund. Und es ist ihnen gelungen.

