Eine Schwedin in Paris
Seit Fredrika Stahl 2006 ihr erfolgreiches Debüt-Album "A Fraction of You" vorgelegt hat, ist einiges im Leben der schwedischen Wahl-Pariserin passiert. Mit ihrer samtig zarten Stimme und einer musikalischen Mischung aus Jazz und Pop ist sie beim renommierten Jazzfestival im südfranzösischen Juan-Les-Pins genauso aufgetreten wie im Pariser Chanson-Tempel Olympia.
Für ihr zweites Album "Tributaries" bekam sie daher auch gleich ein besonderes Geschenk von einer Ikone des Pop und des Rock überreicht. Es stammte von keinem Geringeren als Mike Stoller, der mit seinem Texter Norman Gimbel immerhin Hits wie "Hound Dog" und "Jailhouse Rock" für Elvis Presley komponiert hatte. Fredrika Stahl: "Als man Mike Stoller meine erste Platte vorspielte, hat sie ihm gefallen, und er hat mir ein unveröffentlichtes Lied angeboten. Er fand, dass dieses Stück, das wie ein Jazzstandard klingt, gut zu meinem Stimmtypus passte."
Obwohl Stahl ursprünglich nur eigene Stücke herausbringen wollte, konnte sie diesen Song natürlich nicht ablehnen. So steht "Monumental Mismatch" in einem klassischen Big Band-Arrangement am Anfang von fast einem Dutzend Songs, die alle aus Fredrika Stahls Feder stammen. Und erneut zeigt sich Stahl sprachlich und musikalisch international und vielseitig. Das auf Französisch gesungene "Pourquoi pas Moi" ist eine Pop-Hommage an die Musette-Tradition, schmuggeln sich in das schwedische "Dina ögan blå" sogar Reggae-Rhythmen hinein.
"Oh Sunny Sunny Day" gibt sich als kecker Ragtime-Swing, dessen nostalgischer Charme noch durch die, wie von einem alten Röhrenradio übertragene Stimme erhöht wird. Und zeigt sich Fredrika Stahls Gesang in der Jazz-Ballade "I'll Win Your Heart" von klassisch-entspannter Schönheit, ist "Irreplaceable" eine funkige und mit strahlenden Bläsern durchsetzte Hommage an all die Menschen, die für Fredrika Stahl so unersetzlich sind.

