Das Beste von Anfang bis Ende
Die Philosophie des Plattencovers: Bei Kenna kommt sie voll zum Tragen. Künstlerisches wie dieses zeigt keine durchschnittliche Ware, sondern suggiert dem Hörer etwas Spezielles. Und einen R'n'B-Künstler vermutet man dahinter schon gar nicht. Und angesichts des Albumtitels ist es auch noch ein wenig witzig. Wie gesagt: Etwas spezielles. Zur Musik: Bei "Make Sure They See My Face" hatte unter anderem Pharell Williams seine Finger im Spiel: Aber man hört es nicht. Das ist das beste, was Kenna passieren konnte. Auf seinem zweiten Album noch einen drauf zu hauen für viel Aufmerksamkeit und dabei nicht den Anschein geben, als wäre irgendeine Handschrift zu hören.
Was aber ist nun auf "Make SUre They See My Face" zu hören? Elektro-Pop, Future-Funk, kurioser HipHop mit Percussionschlägen, Pop mit Tiefgang und auf jeden Fall keine Schublade. Ja ja, das Rad lässt sich bekanntlich nicht neu erfinden, aber auch Kenna trifft das definitiv nicht zu. Sein Sound ist nicht dies, ist nichts das. Es ist Kenna-Musik.
Und schon Kenna allein ist eine Kuriosität. Er bestieg den Kilimandscharo, um sich auf dem Gipfel selbst zu finden. Und offensichtlich hat er diese neue Freiheit mit ins Studio genommen, um bloß nicht mit irgendwas oder irgendwem verglichen zu werden. Gute Entscheidung. Folgen wir zum Schluss der Beschreibung des Labels bezüglich der Kenna-Texte: "Es geht um eine Suche nach der eigenen Identität. Um die Bereitschaft, die Extreme des Daseins zu erforschen, um letztendlich die Wahrheit und eine Balance im Leben zu finden. Es geht um die Erweiterung des Selbst, um Versuche. Um Niederlagen. Und darum, es nach einer Niederlage wieder zu versuchen. Wieder auf die Beine zu kommen, und die Hoffnung auf das Beste niemals zu verlieren." Und das Beste von Kenna liegt in Form seines aktuellen Albums schon vor.

