Von allem ein bisschen
Eingängige Melodien, schöner mehrstimmiger Gesang, ein bisschen Schwermut: Das sind die Zutaten Mêlées mit ihrem ersten richtigen Album "Devils & Angels". Eigentlich liegen sie mit ihrem Sound aber auch in Richtung von Bands wie Keane oder Coldplay, Simple plan oder den frühen Simple Minds. So meint man auch die ganze Zeit, die zu kennen. Die Jungs aus Kalifornien haben von allem etwas und daraus etwas eigenes kreiert. Mêlée scheuen sich nicht, dies offensichtlich zu zeigen. "Devils & Angels" ist dabei Programm. Mal sind es die leichten, fröhlichen Partysongs, manchmal die melancholisch, seichten, die überzeugen.
Vielseitig bleiben, scheint ihre Aussage zu sein. Denn während sie unbeschwerte Popsongs aus dem Ärmel schütteln, können sie ebenso unkompliziert an Rock'n'Roll herangehen. Mêlée haben einen ungewöhnlichen Start hingelegt. Ihre Single "Built To Last" startete in Japan richtig durch. Und das dazugehörige Album "Devils & Angels" wurde dort ebenso veröffentlicht wie in Taiwan. Aber auch den USA, immerhin.
Ja, und dann gibt es noch diese Zufälle, die dazu führen, dass es plötzlich ein Album wie dieses wird. Sie ließen sich von Howard Benson produziert, der 2006 für einen Grammy als "Producer des Jahres" nominiert wurde und unter anderem mit "My Chemical Romance" arbeitete. Benson ist mit 70'er Pop vertraut und wollte zufällig ein Album wie dieses produzieren, mit Klavierelementen und hatte aber bisher nicht die richtige Band dafür gefunden. Na also. Und da auch Sänger Chris Cron Klavier gut spielen konnte, machte man sich auf, "Devils & Angels" fertig zu stellen. Und irgendwie hat man den Eindruck, dass plötzlich noch mehr vertraute Popbands Pate gestanden haben. Sogar einen Hauch von Queen meint man zu entdecken. Hoffentlich haben sich Mêlée mit ihrem Popquerschnitt nicht verrechnet.

