Authentischer als der kleine Bruder
Auf den Tisch flattert das Album-Debüt von Wilson Gonzalez Ochsenknecht. Was zuerst nach einem schlechten Start in den Tag riecht, entpuppt sich als vernünftig durchproduziertes Rock-Album. Insofern gibt es erste Pluspunkte zu vergeben. Vor allem die Tatsache, dass der ältere Ochsenknecht-Spross wenigstens versucht authentisch zu sein, wirkt sympathisch.
Von seinem kleinen Bruder Jimi Blue kann man das leider nicht behaupten. Der macht ja bekanntlich lieber auf Mini-Klon von Justin Timberlake. Okay, den harten Rocker nimmt man Wilson Gonzalez irgendwie auch nicht ab, aber immerhin versucht er sich nicht als schmieriger Möchtegern-Rapper und -Verführer. Doch genug von der Familie...
Wie schon oben erwähnt, ist Wilson Gonzalez' Debüt-Album "Cookies" gar nicht so übel geraten. Die erste Single "New York City" kann man ja schon seit Anfang Mai auf Rotation im Musik-TV bewundern. Gesanglich hapert es hier und da noch ein bisschen, aber zumindest singt er durchgehend und ist sich dafür auch nicht zu schade (auch schon oben erwähnt, Wannabe-Rap geht gar nicht).
Ob Wilson Gonzalez wirklich die Rocker-Karriere vor sich hat, bleibt abzuwarten. Falls er an seinem 30. Geburtstag im Jahr 2020 die 28. Folge von "Die wilden Kerle" drehen muss, hat's mit der Musik wohl nicht gefunzt. Allerdings hat er ganz passable Chancen. Wenn nicht als Sänger, dann vielleicht als Drummer. Denn das macht er schon seit seinem achten Lebensjahr. Also immerhin schon seit 10 Jahren...

