
Überzeugender Longplayer
Diesen besonderen Moment des ersten Hörens haben Coldplay ganz besonders genutzt. Die ersten Töne sollen aufzeigen, wohin die Reise diesmal geht. "Viva La Vida Or The Death And All His Friends", so der vollständige Titel des vierten Albums, gibt jede Menge Gelegenheiten, mit den neuen Songs warm zu werden. Coldplay haben ihr Bestes gegeben, um sich nicht zu wiederholen und sich dennoch dabei nicht zu sehr zu entfernen und aus dem Fenster zu lehnen.
Sie werden sich ihrer Position im Pop-Olymp durchaus bewusst sein, wohlwissend, dass sie die Bodenhaftung nicht verlieren dürfen, um authentisch zu bleiben. "Auf Viva La Vida" experimentieren sie mit neuen und erst mal ungewohnten Klängen und wirken dadurch nicht nur frischer, sondern ungemein selbstbewusster. Chris Martin und seine Mannen drehen auf, haben eine exzellente Dramaturgie (mit Zuhilfenahme Brian Enos als Produzent), schaffen eine vitale Atmosphäre und gehen selbst mit Streichern behutsam um. Und Coldplay haben eine Affinität zu kurzer Albumlänge.
Chris Martin findet, dass Überlänge nicht sein muss, wenn man in 45 Minuten auf den Punkt kommt. So auch beim aktuellen Longplayer "Viva La Vida", der auf dem Zenith zum Ende kommt. Mögliche anfängliche Skepsis, doch nur wieder ein typisches vielleicht manchmal verweichlichtes Coldplay-Album zu bekommen, darf man gerne über Bord werfen. Es sollte mit diesem Meisterstück sicher auch gelingen, neue Hörer an sich zu binden. Und was sie in "X and Y", speziell in der Vinylversion, schon präsentiert haben, nämlich die Verbindung zwischen akustischer zur visueller Kunst, setzt sich mit dem Booklet des neues Album eindrucksvoll fort.
1. Life In Technicolor
2. Cemeteries Of London
3. Lost!
4. 42
5. Lovers In Japan/Reign Of Love
6. Yes
7. Viva La Vida
8. Violet Hill
9. Strawberry Swing
10. Death And All His Friend
Keine Neuigkeiten mehr verpassen!