Nichts an Größe verloren
Sie ist zurück: The Queen of the Dancefloor. Unvergessen: "Love to love you baby" und auch 17 Jahre nach dem letzten Album ist sie immer noch "Hot Stuff". Ja, sie ist es wirklich, mit einem neuen Album und 13 neuen Songs: Donna Summer. Aber was macht man mit einer Dame, die zeigen will, dass sie die Tanzflächen immer noch beherrschen kann und trotzdem Substanz behält? Wo fängt man da an? Wo will man da hin? "Crayons", so der Albumtitel, gibt die Antworten.
Natürlich kann man auch für Donna Summer keine Innovationen erfinden, aber man kann den Versuch unternehmen, ein hervorragendes Ergebnis zu produzieren und die, die es noch einmal wissen will, in ein gutes und vor allem authentisches Licht zu stellen. Kurzum: Comeback geglückt. "Crayons" passt zu ihr. Und natürlich hat niemand 17 Jahre an diesem Album gefeilt, aber beim Hören des Albums entsteht auch nicht der Eindruck, als hätte irgendein findiger Produzent sie zugunsten seines eigenen Portemonnaies verheizen wollen, sondern mit Summer und einigen guten Gästen (selbst Ziggy Marley schaute mal vorbei) zusammen ein Album abgeliefert, das sich wahrlich hören lassen kann und mit dem alle mehr als zufrieden sein können.
So mancher Song offenbart stimmliche Überraschungen und musikalisch hat Donna Summer von allem ein kleines bisschen. Sicher, manchmal huscht eine Mariah Carey vorbei, dann wieder eine Janet Jackson. Aber zwischen Disco, Pop, einer Countrygitarre, einem sehr persönlichen Song, interkontinentalen Einflüssen, Brazil, Soul und R'n'B erstrahlt eine immer noch frische und nicht gealterte Donna Summer, die nach vorne blickt, um ihren Anhängern das zu geben, was man von ihr erwartet: ein großes Stück tanzbare und ehrliche Musik. "Ich wünsche mir, dass sich die Menschen an ihre Jugend erinnern, wenn sie die Musik hören, an ihre Kindheit und daran, wie glücklich und aufgeregt sie waren, als sie zum ersten Mal eine Packung Wachsmalstifte (Crayons) ausprobierten."

