
Unverkennbar Cretu
Die ersten Momente Enigmas sind immer die kostbarsten. Sie kommen nie wieder. Die ersten Sounds, die sich ins Ohr schleichen und die lang erwartete Gänsehaut auslösen, die immer dann zum Vorschein kommt, wenn Michael Cretu mit einem neuen Album, in diesem Falle "Seven Lives, Many Faces" die Welt entzücken will, könnten blank geputzte Diamanten sein. Bei keinem anderen Projekt hat man stets so hohe Erwartungen wie Enigma, das wohl einzige langlebige Projekt ohne Livepräsenz. Man erwartet immer Neues. Und Cretu selbst hat den Anspruch, sich selbst nie zu wiederholen, wenn da nicht dieses ewig gleiche Intro wäre, das sich durch alle Alben zieht. So kann man unbekümmert zu Song zwei skippen, um die neuen Kreationen auf sich wirken zu lassen.
Und mit "Seven Lives", dem zweiten Track, zeigt Enigma auf, was er dieses Mal als As anzubieten hat: Beatboxing-Vocals, orientalische Einflüsse, orchestraler Bombast, aber leider auch wieder die gequält verfremdete Stimme seines Gastsängers Andru Donalds. "Seven Lives, Many Faces", das - wie der Name schon vermuten lässt - siebte Studioalbum seit Grüdnung 1990 lässt die typische Enigma'sche Theatralik gepaart mit sphärischer Romantik sowie Textpassagen, die sich jeder merken kann, nicht vermissen.
Frisch getrennt von Ehefrau Sandra, wirkt "Seven Lives, Many Faces" zwar auf den ersten Blick befreiend und scheinbar abwechslungsreich. Aber es bleibt auch wieder unverkennbar Enigma. Auch der große Meister Cretu hat kein Patent für gänzlich Unerforschtes. Er hat sich "nur" wieder große Mühe gegeben, auch auf "Seven Lives, Many Faces" alles aus seinen Maschinen rauszuholen.
1. Encounters
2. Seven Lives
3. Touchness
4. The Same Parents
5. Fata Morgana
6. Hell's Heaven
7. La Puerta Del Cielo
8. Distorted Love
9. Je T'aime Till My Dying Day
10. Déjà Vu
11. Between Generations
12. The Language Of Sound
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