
Nicht ganz so zündend
Vom Keller nach ganz oben? Der Typ hier, der sich Henrick nennt, erhofft sich genau das mit seinem ersten eigenen Album "Automatenfotos". Er ist eigentlich ein Newcomer, doch im Prinzip ein alter Hase. Immer am Limit, am Rande der Legalität und der Gitarre im Anschlag. Was war los? Er durchquerte Deutschland kürzlich im Rahmen einer bescheidenen Tour, die er "Wir kommen Laut" nannte, 69 Gigs in 26 Tagen auf einem LKW quer durch Deutschland. Und die Polizei als ständiger Begleiter. Gespielt hat Henrick immer spontan und illegal und kam doch immer wieder um eine Anzeige herum. Mit "Automatenfotos" ist seine Musik nun ganz legal im Plattenladen des Vertrauens zu bekommen.
Henrick ist Selig, spielte in diversen Bands und wohnte mal bei einem Fan im Keller. Er lernte klassische Gitarre in Osnabrück, wechselte zur E-Gitarre, dann zum Mikro. Er hatte Pech und Freunde, Zufall, Glück und kein Geld. Was kann einen da noch erschüttern? Vielleicht ein Durchbruch? Auf den Spuren von Thomas Godoj oder Farin Urlaub? Irgendwo dazwischen liegt Henrick mit seinen "Automatenfotos".
Das einzige was fehlt, ist die Innovation. Rock zwar in Reinkultur und ein paar Profis (zum Beispiel Toten Hosen-Produzent Jon Caffery) im Hintergrund, die ein sauberes Album aus seinen selbst geschriebenen Songs kredenzten, doch irgendwie fehlt der Kick, den es braucht, um ihn als den wahrzunehmen, der er sein möchte: ein Rocker, ein Punk, ein kleiner Verrückter. Man hat es irgendwie so oder so schon mal gehört. Kein richtig zündender Funke am Anfang. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.
1. Deine Stadt
2. Schrei
3. Automatenfotos
4. Sterne
5. Punk Rock Ballerina
6. Fehler im System
7. Kinderzimmer
8. Sie schläft
9. Urlaubsreif
10. Wir sind Fake
11. Wir sind real!!!
12. Sophie
13. Zu gut
14. Wir kommen laut
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