
Geheimtipp Countryroots
Lucinda Williams ist eine Grenzgängerin, immer zwischen den Fronten. Nach ihrem eher gewagten Vorgänger beschreitet sie mit "Little Honey" wieder überschaubarere Gefilde in Sachen Country und Folk. Aber sie kann auch anders. Der Song "Honey Bee" zeigt sie von der konsequenten Rock'n'Roll-Seite. Lucinda Williams zeigt viele Gesichter, ohne dabei in Grimassen zu verfallen.
Hierzulande gilt Lucinda Williams immer noch als Geheimtipp. In ihrer Heimat USA sieht es dagegen anders aus. Vor sechs Jahren wurde sie dort zur besten Songwriterin gewählt und erhielt mehrere Grammys, unter anderem für die beste weibliche Rockperformance. Und irgendwann wurden auch Künstler wie Tom Petty auf sie aufmerksam, die Williams-Songs coverten. Und da die Musikerin aus Louisiana seit über 20 Jahren Musik macht, steht sie hierzulande bekannteren Vertreterinnen wie Dolly Parton auch musikalisch in nichts nach. Mit "Little Honey" zeigt sie dies eindrucksvoll.
"Little Honey" ist ihr zehntes Studioalbum - ein eigenständiges Werk, das einen nicht zwangsläufig auf den ersten Eindruck so sympathisch erscheint wie der Vorgänger "West". Lucinda Williams beschränkt sich hier mehr auf ihre Roots und bleibt bodenständig, aber nicht ohne Provokation, was aus einer Textstelle des Songs "Little Rock Star" hervorgeht, in dem sie sich an die Amy Winehouse dieser Welt richtet: Ist euer Todeswunsch stärker als ihr selbst? Euer Talent einfach wegzuwerfen, ist eine Schande." Williams hat es ebenso und weiß es vorsichtig zu behüten und dosiert einzusetzen.
1. Real Love
2. Circles And X's
3. Tears Of Joy
4. Little Rock Star
5. Honey Bee
6. Well Well Well
7. If Wishes Were Horses
8. Jailhouse Tears
9. Knowing
10. Heaven Blues
11. Rarity
12. Plan To Marry
13. It's A Long Way To The Top
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