
Nichts für die Ewigkeit
Was stellt man sich unter "Romance" vor? Mondscheinlicht? Ein gut duftendes Blubberbad? Unbeschwert legte er los: Mica. Vor sechs Jahren überraschte er mit dem ultraleichten Album "Jetsetmusic", mit stylischem Artwork, cooler Sommermusik und einem betörenden Bonustrack am Schluss (einem Mix zu "Wir im All" des Duos "Riviera"), der den damaligen Longplayer nicht besser ausklingen lassen konnte. Das war Romantik pur.
Jetzt ist Mica aka Michael Dommes zurück und hat keine 1000 Profilaufrufe auf seiner Internetpräsenz. Ein hochgelobtes Debüt, ein Mix für ein Hildegard Knef-Projekt, etliche Werbespots und diverse Kooperationen später, winkt er aus der Ferne nun mit "Romance" der noch zu erobernden Fangemeinde zu. Doch seine Vorstellung von "Romance" ist zuweilen etwas eigensinnig. Er liefert leider einen schwachen Abklatsch seines Erstlings. Keine Überraschungen, keine Spaßmachersongs, die lange kleben bleiben.
Micas "Romance" verpufft nach einigen Songs. Es bleibt allzu luftig, um in der Atmosphäre zu verschwinden. Seine Abkehr vom Eindringlichen macht es zeitweilig schwer verdaulich. Es wirkt verkrampft. Der knackige Butterkeks des Vorgängers ist durch peitschende Winde pappig geworden. Man wünscht sich nicht die Fünfziger zurück, denen er gerne etwas abgewinnen möchte. Man wünscht sich in die Gegenwart, die schon bessere Leichtigkeit hervorgebracht hat. Einzig und allein der schon in die Jahre gekommene Mix für die Knef sticht aus allem hervor. Aber der ist schon bekannt und zudem der einzige Lichtblick zwischen den sonst so banalen Songs drum herum.
1. Six years later
2. Twenty seconds of my life
3. High noon
4. Me and my machine
5. Supertweed
6. Velvet Pfingsten
7. Sweets of life
8. Du bist das Salz in der Suppe (Remix Hildegard Knef)
9. Ridin`
10. Nordsee Revisited
11. Romance
Keine Neuigkeiten mehr verpassen!