
Das bleibt hängen
Das muss ein Spaß gewesen sein: einfach mal alle alte Kisten anschmeißen und sie zu einem nicht ganz unbedeutenden Ganzen zusammenfügen, Music Components genannt. Der Meister hinter den Tasten: Rebotini. Gemeinsam mit Black Strobe hat er ein echtes zeitloses Meisterwerk für die Ewigkeit geschaffen. Denn mal ehrlich: So richtig knallt's doch nur analog. Und genau diese Idee steckt hinter "Music Components" und der Albumtitel sagt im Grunde auch schon alles aus.
Zurück zu alten Gewohnheiten, sprich analogem Musizieren, das wollten Arnaud Rebotini und Black Strobe, der unter anderem für diverse Mixe (zum Beispiel für Depeche Mode) verantwortlich ist. Weg vom Laptop, hin zur Seele und einer Geschichte, "mit denen man auch direkt kommuniziert ohne Hilfe eines Rechners", so Rebotini. Und das ist spürbar. Die "Music Components" sind "ein Live-Set voller Improvisationen".
So braucht es keine Kompromisse, um einen erdigen Elektrosound entstehen zu lassen, der sich anschickt, sich nicht einmal zu wiederholen. Unterhaltsam auch die Auflistung der genutzten Hardware zu jedem Track, die auch gerne zehn Minuten lang ausufern, sich entfalten, überkochen, ohne den Hauch eines öden Loops oder den Eindruck, man müsse sofort mal eben abschalten. Rebotini spielt sich in Trance, dreht auf, ziept und kneift und bleibt bei aller Sorgfalt tanzbar. Ach ja, die Hardware. TR-707, TR-908, Juno-60, JX-3 P, alles klar? Jedenfalls ist es nur allzu verständlich, dass bei monologen Absichten eine Veröffentlichung auf Vinyl dazu nicht fehlen darf, der Wärme wegen, ein Dialog "mit mir und den Maschinen", sagt Rebotini. Das darf man gerne glauben.
1. The spirit of boogie
2. Un cheval d'Orgueil
3. 1314
4. Cm
5. The swamp waltz
6. Horns of innocence
7. Conakry filter sweep
8. 777
9. Decade of aggression
10. Mnll
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