
Gewöhnungsbedürftig
Wenn man wie Chris Cornell schon fast alles in über 20 Jahren Musikgeschichte miterlebt hat, dann kann einem schnell langweilig werden. Wir erinnern uns: bereits in den 1990ern rockte er als Frontmann der Grunge-Kombo "Soundgarden" durch die Weltgeschichte. Man stelle sich vor: Cornell war noch mit Leute wie Kurt Cobain unterwegs. Ein echter Rocker. Sorry, "Grunger" hieß das damals. Er kennt sich in Sachen Musik also aus.
Und ob er wirklich nach neuen Inputs gesucht hat, als er sich für seine neue CD "Scream" an Überproduzent Timbaland wendete, davon muss man mal ausgehen. Andernfalls ist das, was bei "Scream" entstanden ist, nicht zu erklären. Erinnern wir uns erneut: beim vorletzten James-Band-Abenteuer "Casino Royal" rockte Chris Cornell noch, was das Zeug hält. Davon ist jetzt nicht mehr wirklich viel übrig.
Dank seiner neuen progressiven CD hat sich Chris Cornell ja auch schon mit Nine-Inch-Nails-Frontmann Trent Reznor via Twitter angelegt. Der fand "Scream" nämlich so schlecht, dass er das seinen 70.000 Followern gleich auf die Nase binden musste. Chris Cornell verteidigte "Scream" und schlug virtuell zurück. Die Sache dauert wohl noch an. Fakt ist, dass "Scream" keine gewöhnliche Chris-Cornell-CD ist. Der Einfluss von Timbaland ist deutlich zu hören.
Ob Chris Cornell sich mit "Scream" schaden wird, oder ob Fans und Musikfreunde sich über "neue Inputs" freuen, das werden die kommenden Wochen zeigen. Was die CD auf jeden Fall zeigt: auch nach 20 Jahren kann man noch überraschen. Das hat der gute Chris geschafft.
1. Part Of Me
2. Time
3. Sweet Revenge
4. Get Up
5. Ground Zero
6. Never Far Away
7. Take Me Alive
8. Long Gone
9. Scream
10. Enemy
11. Other Side Of Town
12. Climbing Up The Walls
13. Watch Out
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