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CD Kritik vom 27.11.2009

Tori Amos: Midwinter Graces

Tori Amos: Midwinter Graces | CD Kritik
Tori Amos
Midwinter Graces

Bekannte Weihnachtslieder mal anders

Nur knapp 6 Monate nach ihrem letzten Album "Abnormally Attracted to Sin" veröffentlich Tori Amos nun ihr 11. Studioalbum. Diesmal - passend zur Jahreszeit - ein Album mit Weihnachtssongs. Man stöhnt und denkt sich: wieder ein Weihnachtsalbum - und gleich der erste Track legt richtig los. "What Child, Nowell" mit Glöckchen im Hintergrund ist klischeehaft kitschig. Was dann folgt ist allerdings überraschend: Ein gelungener Mix aus alten Weihnachtsliedern und neuen Kompositionen. Klassische Momente wechseln mit modernen Rhythmen, Pop-Momenten und diese wieder mit altertümlichen Gesängen und Balladen (z.B. "Candle: Coventry Carol") - selbst Swing-Elemente finden sich ("Pink and Glitter").

Tori Amos Interpretation von "Es ist ein Ros entsprungen" muss man einfach einmal gehört haben ("Holly, Ivy, And Rose") - klasse. Passend für ein Winter-Album ist es eher besinnlich, melancholisch, harmonisch und gefühlvoll zugleich. Immer wieder sind altertümliche Momente eingestreut - aber nie wirkt das altmodisch. Das Album endet kitschiger als der Anfang: ausgerechnet mit "Stille Nacht, heilige Nacht". Diesen Klassiker hätte man sich sehr gut sparen können, denn dieser Track zieht das Album doch zu sehr in das Klischee eines typischen Weihnachtsalbums.

Anspieltips sind z.B. "Star of Wonder", "Snow Angel", "Pink and Glitter". Dabei sind wirkliche Einzel-Höhepunkte nicht auszumachen. In der Gesamtheit ist jedoch ein überraschend abwechslungsreiches "Winter-Album" entstanden, in welchem sich Tori Amos auf bewährte Tugenden besinnt und diese mit neuen Facetten umsetzt. Positiv sei vermerkt, dass das Klavier wieder etwas präsenter ist. Die Elektro-Beats und Loops, die auf dem letzten Album unangenehm auffielen, sind weitgehend verschwunden. Auch wenn "Midwinter Graces" weit von der bekannten Klasse entfernt ist, so ist es in der heutigen Musiklandschaft ein wohltuend eigenwilliges Werk, welches vielleicht polarisiert - aber nie langweilig ist. Beruhigend ist, dass es nicht zu kitschig und weihnachtsmäßig klingt - ein Album was man durchaus auch noch im Januar anspielen kann.

Playlist:

1. What Child, Nowell
2. Star of Wonder
3. A Silent night with you
4. Candle: Conventry Carol
5. Holly, Ivy and Rose
6. Harps of Gold
7. Snow Angel
8. Jeanette, Isabella
9. Pink and Glitter
10. Emmanuel
11. Winter's Carol
12. Our New Year

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