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CD Kritik vom 26.02.2010

Stereophonics: Keep Calm And Carry On

Stereophonics: Keep Calm And Carry On | CD Kritik
Stereophonics
Keep Calm And Carry On

Konsequente Weiterentwicklung

Am 26. Februar 2010 veröffentlichen die Rocker von Stereophonics mit "Keep Calm And Carry On" ihr siebtes Studioalbum – und obwohl der Albumtitel es nicht unbedingt vermuten lässt, klingt es vollkommen anders als die Vorgänger. Nachdem sie zuletzt von ihrem Greatest-Hits-Album gut 750.000 Einheiten verkaufen konnten, hat Kelly Jones, seines Zeichens Sänger, Gitarrist und Songwriter der Stereophonics, mit seiner Band dieses Mal eine vollkommen neue Richtung eingeschlagen: "Keep Calm And Carry On" klingt minimalistisch, komprimiert, kurz und bündig, poppig und gefühlvoll.

Stereophonics waren nicht immer die absoluten Kritikerlieblinge, aber seit der Veröffentlichung ihres Debütalbums "Word Gets Around" im Jahr 1997 ist es ihnen gelungen, sich künstlerisch permanent weiterzuentwickeln und einen Erfolg nach dem anderen zu feiern, während die meisten anderen Vertreter der Britpop-Zunft früher oder später auf der Strecke blieben. Um diesen Weg weiter erfolgreich beschreiten zu können, fassten Stereophonics daher früh den Entschluss, dieses Mal einen neuen Produzenten ins Boot zu holen. Also arbeitete die Band mit Jim Abbiss zusammen, der zuvor schon mit so unterschiedlichen Künstlern wie den Arctic Monkeys, Kasabian, The Enemy, Björk, Adele und Massive Attack im Studio war.

"Keep Calm And Carry On" besticht mit einem gewaltigen Klangspektrum und extrem viel Tiefgang: Da wären die abgestuften Harmonien des bittersüßen Stücks "Innocent", das an die Beatles erinnert, der minimalistische Electro-Beat von "Beerbottle", bei dem Melancholie und stoischer Gleichmut mitschwingen, die hauchfeinen Gitarreneinwürfe des anmutigen "Could You Be The One", dreckige Riffs auf "Trouble", eine durchaus politische Hymne übrigens, und schließlich "Show Me How", jene überdimensionale Ballade, die das Album mit einer fragil-verwundbaren Klaviermelodie und Streichern ausklingen lässt.

Auch die Texte sind schlüssiger und bewegender als alles, was Stereophonics seit ihrem Debütalbum aufgenommen haben: "Keep Calm And Carry On" ist ein Album, das genauso vom Kampf wie vom Durchhalten und Weitermachen handelt, also davon, auch widrigen Umständen ihr Gutes abzugewinnen. Mal sind es Erinnerungen an den Tod eines Kindheitsfreunds ("Innocent"), mal die stoische Reaktion der Eltern und anderer Dorfbewohner auf ein Hochwasser, das ihre Häuser zerstörte ("Beerbottles"); dann geht es z. B. um das enorme Tempo des modernen Lebens und wie man damit zurechtkommen kann ("100 MPH") oder auch um die globale Finanzkrise und die Sorgen und Kümmernisse, die damit einhergehen ("Trouble"). Alles in allem sagt das Album genau das aus, was der Titel beschreibt: Die Ruhe bewahren und weitermachen.

Playlist:

1. She's Alright
2. Innocent
3. Beerbottle
4. Trouble
5. Could You Be The One
6. I Got Your Number
7. Uppercut
8. Live 'N' Love
9. 100MPH
10. Wonder
11. Stuck In A Rut
12. Show Me How

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