
Ausgereifte Reise in des Künstlers Wurzeln
Drei Jahre sind seit dem eher schwachen Vorgänger "Toyebi Té" ins Land gestrichen. Jetzt ist Lokua Kanza überraschend euphorisch wieder zurück. Mit "Plus Vivant" legt er ein Album an den Tag, das virtuos und sanft zugleich ist. Wunderschöne Melodien verpackt er in harmonisches Instrumentenspiel. Es ist zudem sein erstes rein französisch gesungenes Album, mit dem er sich an seine Wurzeln in Kinshasa zurück erinnert. Menschlich bescheiden geht Lokua Kanza musikalisch aber kraftvoller und leichtfüßig ans Werk.
Seine musikalischen Weggefährten sind weltweit in den besten Tonstudios dieser Welt im Einsatz und haben bereits mit vielen Größen zusammengearbeitet. Mit diesen Musikern, wie Manu Katché und Solá Akingbolá (Tournee-Gefährte von Jamiroquai), präsentiert Lokua Kanza 15 Songs voller Poesie und Überzeugung, poppig und sinnlich im Reich des weitgestreuten Begriffs Weltmusik zwischen Tradition und Gegenwart. Ohne viel Tamtam und Überschwänglichem ist er an die Arbeit gegangen. Textlich bat er ein paar bekannte Freunde, meist weiblicher Natur, um Unterstützung, so wie Marie Nimier, die eine sehr angesagte Romanautorin in Frankreich ist. Eine weitere Bekannte Camille, die für Kanza Texte schrieb, ist eine aufstrebende junge Künstlerin.
Alles in allem lässt sich "Plus vivant" in ausgezeichneter Weise als eines der besten Kanza-Alben beschreiben. Die fünfzehn Songs sind ebenso einfach wie komplex arrangiert. Es könnte eines der schönsten französischsprachigen Alben des Jahres 2005 werden. "Plus Vivant" gibt einem beste Gelegenheiten, einmal mehr über den Chart-Tellerrand hinaus zu hören und dem zu lauschen, was sich an wertvollem und anspruchsvollen Material außerhalb des Mainstreams befindet. Lokua Kanza hat in seinem Musikkosmos eine echte Perle geschaffen.
01. Voir le jour
02. Caméra dans le coeur
03. Envie d'aventure
04. Tu es l'infini
05. Plus vivant
06. Aller simple pour l'infini
07. Laisse-moi le temps
08. Si tu pars
09. Anticyclone
10. A tes côtés
11. La clé des champs
12. Le monde est fou
13. Mal à dire
14. Piololo
15. Plus vivant
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