
Ein starkes Konzept
Nicht irgendwelche Songs, sondern die Geschichte von John und Caroline bestimmen das neue Album der Top-Songwriterin, die mit ''The Forgotten Arm'' durch eine musikalische Reise durch das Amerika der 70er Jahre führt.
Den Songs von Aimee Mann kann man nicht einfach nur abwesend lauschen. Schon immer verstand es die Künstlerin aus Richmond, Virginia auf ihren Alben auch kleine Geschichten zu erzählen. Voller Anmut und Poesie kreisen diese um das musikalische Zentrum der mittlerweile 45-jährigen und werden von Kritikern seit ehedem gefeiert und gehuldigt, wie das zuletzt erschienene ''Lost in Space''. Vielleicht war es daher das relativ zeitnah veröffentlichte ''Scarlet's Walk'' von Musikerkollegin Tori Amos und dessen Geschichte einer Lebensreise quer durch Amerika, was sie zu den zusammenhängenden 12 Titeln auf The Forgotten Arm inspirierte, vielleicht war es für Ms. Mann aber auch einfach nur an der Zeit ihre überfließende Kreativität zu einem Konzept zu bündeln.
So erzählt die Geschichte von John - dem drogenabhängigem Boxer - und Caroline, ihrem Kennen- und Liebenlernen, den kleinen Rückschlägen des Alltags und ihrer Reise quer durch das Amerika inmitten der 70er Jahre. Wie der Soundtrack zu einem Film, der nur in unseren Köpfen stattfindet, unterlegt von der singenden Erzählerstimme werden wir zwei Menschen vorgestellt, die bereits mit der ersten Note einen Platz in unserem Herzen einnehmen, ein Teil von uns werden und dessen fortan verbandeltes Schicksal wir weiterverfolgen, uns selbst darin erkennen, Vergleiche anstellen oder einfach nur staunend ihrem Werdegang lauschen.
In Anbetracht der neuerlichen Aufmerksamkeit die Aimee Mann hierbei von uns fordert ist es relativ angenehm, dass sie auf weitere kompositorische Experimente und irritierendes Arrangement weitestgehend verzichtet hat. Möglicherweise hat sie aber auch geahnt, dass wir ihr diese in jedem Falle übel genommen hätten und sich aus diesem Grund auf das neue Probier-Element im Geschichten-Erzählen beschränkt. Und irgendwie ist doch auch wünschenswert, wenn solch etablierte Künstler ihrer Authentizität gerecht werden und dem Publikum genau das geben, was es verlangt: Wunderschöne Geschichten und wunderschöne Musik.
01. Dear John
02. King Of The Jailhouse
03. Goodbye Caroline
04. Going Through The Motions
05. I Can't Get My Head Around It
06. She Really Wants You
07. Video
08. Little Bombs
09. That's How I Knew This Story Would Break My Heart
10. I Can't Help You Anymore
11. Clean Up For Christmas
12. Beautiful
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