Überlebende der NDW
Extrabreit, eine der wenigen Überlebenden der "Neuen Deutschen Welle", sind 2005 pünktlich zur "Silberhochzeit" mit dem neuen Album "Frieden" am Start. Bereits in den 80ern waren die Breiten um Havaii und Kleinkrieg schon die bösen Buben der deutschen Rockszene. Und das hat sich in all den Jahren nicht gelegt - die Jungs sind zwar älter geworden, sind aber genau so rotzig, fetzig und unartig geblieben wie von 25 Jahren.
Nun liegt das erste Studioalbum seit 1998 vor - und eins vorneweg, mit dem schwachen 98er Album "Amen" konnten sich die Breiten auch nicht von der Rockbühne verabschieden. Mit dabei im Zerstörer "Extrabreit" wieder der Urbreite Rolf "ROM" Möller, Bubi Hönig und ganz jung und frisch Lars Larsson. "Frieden" hat es in sich. Nichts für kleine Jungs und zarte Gemüter. Hier will man abrocken - sich zum eigenen Schweiß bewegen. Ordentlicher Punkrock der Breiten aus Hagen - wie zu besten Zeiten.
Leider hat Havaiis Stimme in den letzten Jahren doch deutlich an Volumen verloren - Tribut an 25 Jahre Rock'n Roll. Trotzdem oder gerade deswegen nimmt man Havaii ab, was er singt. Auf dem Album "Frieden" finden sich 13 Nummern, wobei die erste Single-Auskopplung "Neues Spiel" gleich die Richtung vorgeben soll: Dreckig und gemein. Politisch unkorrekt zeigen die Breiten, warum sie auch nach 25 Jahren noch was zu sagen haben. Ob zu kritischen Tönen wie "Die Multis und der Staat", der Gänsehautnummer "(K)ein Traum", die Potthymne "Männer ohne Gleichen", "Ewig singt die Balalaika", Kleinkriegs Schmachter "Dies & Das & Jenes" (kurze Verschnaufpause) oder dem kranken "Psychokiller", das Album kann man jedenfalls nicht als alltäglich bezeichnen.

