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CD Kritik vom 11.04.2005

Jack Johnson: In Between Dreams

Jack Johnson: In Between Dreams | CD Kritik
Jack Johnson
In Between Dreams

Surfermucke at its best

Samt seiner Label-Kollegen Donovan Frankenreiter und G.Love auf ausverkaufter Tour unterwegs, hat der ehemalige Surfer wieder einmal ein Album voller Sommerträume im Gepäck.

Nicht zu verwechseln mit dem ersten schwarzen Schwergewichts-Champion im Boxen wuchs Jack Johnson auf dem nördlichen Teil der Hawaii-Insel Oahu auf. Dort wo Kinder das Laufen und Surfen fast zeitgleich für sich entdecken, wo ein Jugendlicher auf den angebotenen Profi-Vertrag für Letzteres schon mal pfeifen kann, wenn er lieber Filmkunst studieren will und wo Gitarre-Spielen als Zeitvertreib und am Lagerfeuer für die Mädchen im Leben fast so unausweichlich werden wie Flip-Flops und Bermudashorts.

Entsprechend dieser "Laid-Back"-Mentalität dachte sich der junge Filmemacher auch nicht viel dabei, als er zur Klampfe griff um einigen Szenen seines Filmes "Thicker Than Water" die rechte Atmosphäre zu verleihen, und war auch der Letzte der mitbekam dass die hierfür eingespielten Songs als Bootlegs durch die Weltgeschichte und das Internet geisterten. Und er ist auch heute noch überrascht, dass die beiden nachfolgenden offiziellen Alben The Brushfire Fairytales sowie das 2003 veröffentlichte On An On in Rekordzeit mit Platin belohnt wurden. Von Egal-Haltung bezüglich seiner Musik kann jedoch keine Rede sein. Mittlerweile wird er als Lebenslyriker seiner Zeit gefeiert, hat mit Brushfire Records ein eigenes Label gegründet und bietet auch alten Surfer-Freunden wie Donovan Frankenreiter und G.Love ein musikalisches Zuhause die vom Independent- und interessanterweise andauerndem Geheimtipp-Status Johnsons profitieren und zur Tour seines neuen Albums In Between Dreams gleich mit von der Partie sind.

Zur Musik der drei Easy Listening-Guitarreros selbst bleibt nach den Schlagwörtern "Laid-Back", "Surfer", "Hawaii" und "Lagerfeuer" daher auch kaum noch etwas zu sagen, außer dem Hinweis an Nichtkenner dass hier textlich keinesfalls oberflächliche Sonnenuntergangshuldigung betrieben wird. Neben profunden Singer/Songwriter-Arrangements lassen es sich Johnson, Frankenreiter und G.Love nicht nehmen, auch düstere Gedanken aller Coleur in ihren reggaeesken Beat mit aufzunehmen und fast jahreswechselgleich zu steigern. Denn während Johnsons In Between Dreams den perfekten Sommer synonymisiert, lässt Frankenreiters selbstbetiteltes Album fast schon die langsam kühler werdenden Tage im August-Ende erahnen an denen die Abendsonne uns schon frösteln lässt, die Pärchen enger zusammenrücken und die Nachtluft schneidender wird. Im Herbst angekommen, der Zeit wehmütigem Abschieds, den farbenfrohen Blattspielen und der Vorahnung auf den Winter scheint G.Loves etwas rockiger angelegtes The Hustle daher schon jetzt der würdige Abschluss dieser ungewohnten Label-Trilogie zu sein.

Man kann nur darauf spekulieren dass sich durch das charismatische Zugpferd Johnson auch für die anderen beiden der gewünschte Erfolg einstellt. Verdient haben es die Herren vom Strand allemal, und vielleicht können wir uns beim Hören ihrer aller Musik ja etwas für unser Leben abschauen und verinnerlichen. Exzessives Anspielen aller dreier Alben kann für den Anfang ja nicht schaden.

Playlist:

01. Better Together
02. Never Know
03. Banana Pancakes
04. Good People
05. No Other Way
06. Sitting, Waiting, Wishing
07. Staple It Together
08. Situations
09. Crying Shame
10. If I Could
11. Breakdown
12. Belle
13. Do You Remember
14. Constellations

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