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CD Kritik vom 14.03.2005

Stereophonics: Language. Sex. Violence. Other?

Stereophonics: Language. Sex. Violence. Other?  | CD Kritik
Stereophonics
Language. Sex. Violence. Other?

Vox-Verstärker auf Anschlag

Aus der Reihe. "Ein Titel sagt mehr als tausend Worte" freuen wir uns heute Ihnen das neue Stereophonics-Album vorstellen zu dürfen. Dieses geht, wie Sie sicherlich schon vermutet haben, um die wirklich essentiellen Dinge von denen Rockmusiker eben so fabulieren dürfen, ohne dass es pathetisch klingt oder lächerlich wird. Und da stehen nun mal an vorderster Front unsere vielgeliebte Kommunikation, Sex und Gewalt. "Noch was?" wird uns da gleich noch suggeriert, als gäbe es die letzten beiden Plätze wie Tod und Drogen nicht, aber gut, bei näherer Betrachtung fallen die wohl auch unter Gewalt. Mit sich selbst oder seiner Umwelt, was macht das schon.

Was so ein Titel und das knallige Cover noch dazu aber in jedem Falle können ist schon mal deutlich zu machen, dass es hier musikalisch nix zu thematisieren gibt. Die große breite Farbpalette lässt allenfalls ein ebens breites kompositorisches Spektrum erahnen, aber was ein Kenner ist, der weiß dass die Stereophonics nicht von ihrer Bestimmung lassen können. Und die ist irgendwo zwischen fetten Gitarrenriffs, hübsch verzerrt mit einem alten Vox-Verstärker (nur realistischer als bei Oasis), ein wenig Sexappeal die es bei der Rod-Steward-Meets-Generation-X-Stimme von Leadsänger Kelly Jones gleichwohl gratis dazugab, und den musikalischen Einflüssen und Vorlieben der Band, welche von den Sex Pistols über The Who bis zu den Manic Street Preachers reichen dürften, wie spätestens die aktuelle Single "Dakota" bezeugt.

Wer vom Vorgänger-Album "You Gotta Go There To Come Back" übrigens noch auf schmusetauglichen Kommerz à la "Maybe Tomorrow" hofft, kann sich vom Plattenregal für die Großen weg, und gleich wieder zu den Kuschelrocksamplern vorne am Point of Sale hin bewegen, wo die Bravo-Charts gestörten Teenager herumlungern. Auf diesem Album haben es sich die gebürtigen Waliser nicht nehmen lassen dem jammerigen Brit-Pop den Stinkefinger zu zeigen und mal so was von abzurocken, dass man schon ein wenig in Anti-Stimmung sein muss, um die Songs mal so am Stück wegzulauschen. Frei nach dem Motto klotzen, nicht kleckern wurde auf "Love. Sex. Violence. Other?" nicht eine coole Drumline ausgelassen, nicht ein hochgezogener vokalistischer Endton verfrüht abgebrochen und überall locker noch eine Gitarrenspur draufgepackt, wo noch eine hinpasste. Nichts für Weichspüler, Mandarinenabpuler oder Beckenrandschwimmer. Hier wird ordentlich weggerotzt, und die Taschentücher sind aus. Also Nase hochziehen, anschnallen und durch.

Anspieltipps der Redaktion sind: "Superman", "Dakota", "Girl", "Lolita" und "Feel".

Playlist:

01. Superman
02. Doorman
03. Brother
04. Devil
05. Dakota
06. Rewind
07. Pedalpusher
08. Girl
09. Lolita
10. Deadhead
11. Feel

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