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CD Kritik vom 23.05.2005

Robert Cray: Twenty

Robert Cray: Twenty | CD Kritik
Robert Cray
Twenty

Soul & Blues-Legende

Mit der insgesamt 14. Veröffentlichung in seiner Karriere präsentiert Cray samt Band wieder elf Perlen aus dem zeitgenössischen Soul- und Bluesrepertoire.

Es gibt Künstler die bleiben ihrer Linie treu und beliefern ihre hungrigen Hörer stetig mit der hochqualitativer Musik, die man von ihnen erwartet. Robert Cray und auch Jim Plough, der als sein Keyboarder bereits 16 Jahre lang an seiner Seite spielt sind genau solche Künstler. Klar schaffen sie dies u.a. auch weil sie mit dem Genre Soul und Blues keiner Veröffentlichungspolitik unterliegen die wir von ‚mainstreamigeren’ Künstlern anderer Zielgruppen gewöhnt sind, doch ist es nicht ungleich schwerer mit etwas zu punkten was es in der Form auch schon vor zwanzig Jahren gab?

Apropos also zwanzig: Auf Twenty finden sich nun also elf Titel randvoll angefüllt mit der sanften Stimme Crays, seinem markanten und ja fast schon legendären Gitarrenspiel und den wunderbar dynamischen Bluespiano-Klängen die man von Plough bereits kennt. Entgegen dem zuletzt veröffentlichten „Time Will Tell“ geht Cray jedoch wieder erdigere Wege, wird im Titelsong und mit dem auf dem Cover abgebildeten Soldat im stürmischen Wüstensand sogar politisch. Doch war Crays Blues noch nie der schmerzliche der von Entbehrungen erzählt. Songs wie „That Ain’t Love“ sind nicht aus dem Herzen gerissen, sondern zeugen von modernen Bluestönen deren Übergang zum Soul fließend ist, nicht umsonst wird der mittlerweile 52-jährige allenthalben mit einem Otis Redding verglichen.

Statt für die grauen Morgenstunden, geplagte Seelen und einsame Herzen ist und bleibt Cray nur an der emotionalen Oberfläche statt tiefe Brüche zu wagen. Etwas mehr Sonnenuntergangsstimmung denn tiefer Nacht mit dem Duft von Spätsommer statt sengender Hitze. Von der Warte eines ‚echten Bluesers’ betrachtet, könnte man Robert Cray in diesem Genre also vielleicht doch als Mainstream-Künstler bezeichnen. Aber bei aller Liebe, wenn wir hier schon von Baumwollfeldern, sengender Hitze und sandigen Winden reden, dann doch heutzutage auch ruhig mit guter Musik im Cabrio, oder?

Playlist:

01. Poor Johnny
02. That Ain't Love
03. Does It Really Matter
04. Fadin' Away
05. My Last Regret
06. It Doesn't Show
07. I'm Walkin'
08. Twenty
09. I Know You Will
10. Forgot To Be Your Lover
11. Two Steps From The End

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