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CD Kritik vom 02.05.2005

Robert Plant: Mighty Rearranger

Robert Plant: Mighty Rearranger | CD Kritik
Robert Plant
Mighty Rearranger

Led Zeppelin Frontman is back

Gemeinsam mit seiner 2001 gegründeten Band The Strange Sensations hat der ehemalige Led-Zeppelin-Frontman dem psychedelisch-explosiven Rock-Sound erneut Rechnung getragen.

Kaum eine Ära hat so viele musikalische Legenden hervorgebracht wie die der 60er und 70er und lässt die heute etwas gealterte Generation jener Zeit gerne den Business-Dreireiher vergessen und auf längst vergangenen Erinnerungen mit Hendrix, Morrison, Pink Floyd und Co. entschweben und ihren Heroen ggf. noch posthum huldigen. Nicht nur sehr lebendig sondern auch immer noch sehr aktiv ist jedoch Robert Plant, der es gemeinsam mit Band-Kollege Jimmy Paige vorzog, den "Stairway To Heaven" lediglich und vorerst unbesehen zu besingen.

So vergehen also die Jahre – immerhin über 30 – und Robert Plant mischt immer noch ganz oben mit, bereist die Welt, sammelt musikalische wie spirituelle Einflüsse und gründet schließlich The Strange Sensations, für deren gemeinsames Erstlings-Werk Dreamland sogar eine Grammy-Nominierung folgte. Gemeinsam bereist und bespielt man ferne Länder, vom Baltikum über den nördlichen Polarkreis bis hin zur Sahara und experimentiert mit neuen Songs. Ganz demokratisch im Übrigen, denn ein Mr. Plant lässt nicht irgendwelche Hallodries von seiner Plattenfirma engagieren, sondern hat in der Besetzung von Justin Adams (Gitarre, Gimbri, Darbouka, u.a. Sinead O'Connor, Jah Wobble) Clive Deamer an den Drums (Portishead), John Baggott am Bass (Portishead, Massive Attack) sowie Billy Fuller am Bass und Skin an der Gitarre eine regelrechte Elitetruppe an Know-How und Kreativität um sich versammelt.

Und schon hätten wir auch die treffliche Kernaussage von "Mighty Rearranger", denn hier wird Kunst noch als Handwerk verstanden, die auf umfassender sozialer Ordnung gründet und vom eigenen Tellerrand so weit entfernt ist wie das kaspische Meer. Nicht das abschätzige "Weltmusik-Genre" mit dem wir durchgeknallte Möchtegern-Hippies mit ihren Akustik-Gitarrren, fernöstlichen Instrumenten, unrasierten Axeln und Birkenstock-Sandalen titulieren, sondern eine kulturelle Zusammenstellung mit Köpfchen, fetten Gitarren und zögerlich besungenen Geschichten, Gedanken und Hoffnungen sind auf den insgesamt 12 Titeln zu finden, die es von allen Seiten zu beleuchten gilt. "Shine It All Around" vielleicht auch deshalb die erste Single-Auskopplung, von der wir gerne eine Hörprobe präsentieren: Shine It All Around (Audio, RealPlayer erforderlich)

Playlist:

01. Another Tribe
02. Shine It All Around
03. Freedom Fries
04. Tin Pan Valley
05. All The Kings Horses
06. The Enchanter
07. Takamba
08. Dancing In Heaven
09. Somebody Knocking
10. Let The Four Winds Blow
11. Mighty Rearranger
12. Brother Ray

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