
Zurück zu alter Form
Andreas Dorau hat ja schon immer gerne mit dem Sinnbild einer gespalteten Persönlichkeit gespielt und ist sich auf für „Ich Bin Der Eine Von Uns Beiden“ nicht zu schade die lange Öffentlichkeits-Abstinenz mit einem fiktiven Streit zwischen Andreas und Dorau erklären zu wollen. Ebensowenig neu ist die kreative Mischung von bereits bekanntem Liedgut im neuen teils innovativen teils seltsamen Gewand, ein gewisses Rezept zur Kultfigur kann ja nicht schaden.
Dorau ist anders als andere Kinder, spielt mit den Extremen und mit dem Sympathie-Faktor „so schön doof“ zu sein und hat auch schon in „70 Minuten Musik Unbekannter Herkunft“ kein Halten mehr gekannt auf dem schmalen Grat zwischen „geklaut“ und „entlehnt“ zu wandeln. Und auch auf Ich Bin Der Eine Von Uns Beiden wird der Eintopf noch mal aufgewärmt und lediglich dekoriert mit einem seltsam anmutenden Cover, einem Text in Zusammenarbeit mit Sven Regner und einem verbesserten Umgang mit dem technischen Equipment. Ansonsten leider wenig Kult, nur alter kalter Kaffee. Ohne Spaßfaktor sondern doch nur doof. Nicht schön doof. Nur doof. Oder schon so intellektuell, dass ich es nicht verstehe. (Laut meiner Definition übrigens ein deutliches Anzeichen dafür dass etwas Kunst sein muss). Immerhin - man muss es ihm lassen – wurde die ein oder andere Möglichkeit hier so gut getarnt, dass alles offen bleibt bis auf ein Fazit: Wer Andreas Dorau schon früher mochte, wird sich für das aktuelle Werk begeistern können. Alle anderen haben ihre Chance auch dieses Mal verpasst. Ich dann wohl auch.
01. Du bist nicht wie die anderen
02. Kein Liebeslied
03. Schwarze Furchen
04. Im September
05. 40 Frauen
06. Wir sind keine Freunde
07. Zwei Hände im Sand
08. Heut kommt er
09. Die Klette
10. Hinterhaus
11. Du gehst fremd
12. Die Besondere
13. Kein Liebeslied (Video)
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