
Moloko Solo
Wer schon Moloko ansich einige Schrägheit zusprach, muss sich das aktuelle Soloprojekt von Sängerin Roisin anhören, das gemeinsam mit Matthew Herbert entstand und von Sample-Schnipseln bis zum Jazz-Arrangement alle Grenzen auslotet.
Jazziger Synthie-Pop oder einfach nur elektrischer Freejazz? Die Reichweite der insgesamt 12 Titel auf Ruby Blue ist nur schwer greifbar. Irgendwo zwischen genialer Kunstform und durchgeknalltem Wahnsinn durchwandert die Moloko-Frontfrau diesmal solo und wie ein Offroader das schwierige Gelände. Allerdings nicht schwer und bullig wie ein großer Jeep, sondern mehr katzengleich auf Samtpfoten und eingezogenen Krallen. Mal springt die Vokal-Artistin dynamisch von Klippe zu Klippe, mal schmiegt sie sich in enge Pässe, lauert am Boden und vermittelt dem Hörer das Gefühl ihn ständig im Auge zu haben.
Die verwandten Samples des Opener „Sinking Feeling“ beispielsweise erinnern an mechanische Kräfte die keine Fließbewegung zulassen und nur stupide in ihrem Rhythmus arbeiten, und doch liegt ein beschwingtes Fingerschnippen in der Luft und die anfänglich harsche Atmosphäre verwandelt sich dank Roisins eigentümlicher Stimme in die des späten Late-Night-Jazz einer rauchigen Bar. Bei „Through Time“ wiederum sind Arrangement und Stimme im Grunde homogen, erlangen jedoch durch die eingestreuten Effekte eine gewisse Unruhe, was am deutlichsten via Kopfhörer deutlich wird.
01. Leaving The City
02. Sinking Feeling
03. Night of the dancing Flame
04. Through Time
05. Sow into You
06. Dear Diary
07. If We're in Love
08. Ramalama (Bang Bang)
09. Ruby Blue
10. Off on it
11. Prelude To Love in The Making
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