
Klassiker zum Schmunzeln
Robbie Williams hat es getan, George Michael oder sogar die No angels. Sie haben es swingen lassen. Natürlich: der große Sinatra ist das swingende Aushängeschild oder der orchestrale Glenn Miller. Aber was damals Nationen und Publikum mitreißen ließ, hat heute nicht unbedingt noch "Frischheitscharakter", auch wenn Robbie Williams mit seinem Album "Swing when youre winning" die Sache seinerzeit gut gemacht hat. Letzter aktueller Vertreter dieses beinahe nun aber doch schon verbrauchten Genre ist Michael Bublé. Und weil sich derzeit Swingfreunde um ihm reißen, ist genau er als Bonus auch auf "Pop Swings" vertreten.
Der Rest bewegt sich auf dünnem Parkett zwischen Peinlichkeit und Genialität. "Pop swings" versammelt 18 Klassiker, die aber nicht dem Swing, sondern dem Pop und dem Rock zuzuordnen sind. Es sind außergewöhnliche Coverversionen, die hier präsentiert werden. Depeche Mode "People are people" wird von Götz Alsmann befummelt, Richard Cheese besänftigt Jacksons "Beat it" und selbst "Smells like Teen spirit" erscheint in der Version Paul Ankas außergewöhnlich beruhigend. Da geht einem bezüglich dieser Idee schon ein leichtes Schmunzeln über die Lippen oder aber Empörung über so viel Frechheit.
Jedenfalls ist es eine Ansammlung besonderer Leckerbissen. Aber auch Leckerbissen sind Geschmacksache, der eine mag sie, der andere nicht. Vielleicht wird eingefleischten Swingfreunden das Album nicht gefallen, weil ihnen der Swing hier möglicherweise nicht ernst genug genommen wird, andererseits kann es genau dieser Funken Humor sein, was sie daran fasziniert. Spaß zuzuhören macht es allemal. Wann sonst bekommt man den Stones-Klassiker "Under my thumb" so genüsslich leicht in die Ohren wie von Jamie Cullum. Wann sonst wird zu Deep Purples "Smoke on the water" (hier interpretiert von Senor Coconut) vergnügt mit den Fingern geschnippt? So kann man sich von "Pop swings" entweder überzeugen lassen oder schnell abschalten. Eben Geschmacksache.
01. John Pizzarelli: Can’ T Buy Me Love (The Beatles)
02. Frank Bennett: Material Girl (Madonna)
03. Paul Anka: Smells Like Teen Spirit (Nirvana)
04. George Michael: Roxanne (The Police)
05. Jamie Cullum: Everlasting Love (Love Affair)
06. Damills: Under My Thumb (Rolling Stones)
07. Ray Conniff: Mrs. Robinson (Simon & Garfunkel)
08. Bud E. Love: Paranoid (Ozzy Osbourne)
09. The New Morty Show: White Wedding (Billy Idol)
10. Götz Alsmann: People Are People (Depeche Mode)
11. Richard Cheese: Beat It (Michael Jackson)
12. Monty Alexander: Isn"T She Lovely (Stevie Wonder)
13. Caetano Veloso: Diana (Paul Anka)
14. Senor Coconut: Smoke On The Water (Deep Purple)
15. The Mike Flowers Pops: 1999 (Prince)
16. The Recliners: Hot Stuff (Donna Summer)
17. Jack Jones: Have You Ever Loved A Woman (Bryan Adams)
18. Pat Boone: Paradise City (Gun’s’Roses)
19. Michael Bublé: Me & Mrs. You
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