
Würdige Blur-Nachfolger
Es hat ein wenig länger gedauert bis die Band aus Leeds, UK auch hierzulande große Töne spucken durfte, dafür ist das aktuelle Werk der ehemaligen Pava’s dann aber auch ein würdiger Anwärter auf den Britpop-Thron.
Es ist schon merkwürdig wie die Genre-Bezeichnungen sich im Laufe der Jahrzente so verändern. Was sich in den 80ern noch revolutionärer Punk-Rock nennen durfte fällt heutzutage schon in die Kategorie Britpop, und warum? Weil wir nicht mehr an die Sex Pistols denken, sondern eher von Oasis über Blur bis The Clash vergleichen. Und was den Gallaghers in diesem Jahr misslang bannen die Kaiser Chiefs auf Employment mal so locker und gekonnt, dass man nur ungläubig mit den Öhrchen schlackern kann wurde hier doch weniger neu erfunden als eine Tradition gepflegt.
Opener und ebenfalls erste Single-Auskopplung „Everyday I Love You Less And Less“ klingt neben seinen harten Akzenten vor allem wie eine liebevolle Hommage an Nick Heyward und die Haircut One Hundred’s, „I Predict A Riot“ feiert die klassisch-trashige Gitarren-Hymne und auch „Modern Way“ ist so vorhersehbar intoniert und unprätentiös klischeebeladen dass man es einfach nur großartig finden kann. So könnte man noch unendlich weiter fachsimpeln, aber die Jungs aus Leeds verstehen ihr Handwerk und die fast schon musikalische Landessprache zu gut. Man darf gespannt sein ob sie dieses Niveau auf den kommenden Veröffentlichungen halten können, mit Employment jedenfalls muss man sich um ihre Beschäftigungsverhältnisse erstmal keine Sorgen machen.
01. Everyday I Love You Less And Less
02. I Predict A Riot
03. Modern Way
04. Na Na Na Na Naa
05. You Can Have It All
06. Oh My God
07. Born To Be A Dancer
08. Saturday Night
09. What Did I Ever Give You?
10. Time Honoured Tradition
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