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CD Kritik vom 23.07.2005

Röyksopp: The Understanding

Röyksopp: The Understanding | CD Kritik
Röyksopp
The Understanding

Norwegisch schräg

Wieder einmal sind es Norweger die etwas zur musikalischen Vielfalt auf dem Sektor der qualitativen Songwriter und Soundtüftler beitragen, wenn auch nicht ganz so galant wie ihre Landsmänner an der Gitarre.

 

Zugegeben, ich bin unüblicherweise etwas spät dran mit meinem Urteil über den Zweitling von Röyksopp, aber bei derartigen Anti-Chart-Themen fällt ein Monat plus-minus Veröffentlichungsdatum nicht weiter ins Gewicht. Und ja, ich hatte keine Ahnung wer diese Norweger eigentlich sind oder was sie für Musik machen, geschweige denn dass ich ihr Debüt schon mal durchhorcht hätte, aber Norweger beziehungsweise Skandinavier haben es gemeinhin leicht mein Interesse zu erwecken, bedenkt man die zahllosen Songwriter- und Gitarrenpop-Perlen die die Nordlichter in der letzten Zeit so hervorgebracht haben.

 

Nicht so aber Röyksopp, und das ist vielleicht auch der Grund warum ich die CD nach dem ersten Hören erst einmal wieder auf den Stapel zurückgelegt habe. Hier durchströmt nämlich kein melancholischer Gitarren- oder Piano-Pop das Ohr, sondern synthesizerlastige Sphären- und Club-Tunes. Zwar werden auch hier Stilmittel wie Klavier und Gitarre verwendet, stehen aber nicht so im Vordergrund wie bei ihren etwas schwermütigeren Landsleuten. Stattdessen Titel wie „Only This Moment“ die schwer an „Let’s Get Together“ von The Beloved erinnern, das beatlastige „49 Percent“, das mit 80er Drum-Elementen spielende „Follow My Ruin“ und total durchgeknallte Soundcollagen auf „What Else Is There?“, welches im Kopf nahezu implodieren will, bevor man beim achtminütigen „Alpha Male“ endgültig am Verstand der „singenden Pilze“ zweifelt, nichts anderes bedeuted der Name Röyksopp nämlich übersetzt und beantwortet damit so manche ungestellte Frage.

 

Zum Abschied geben sich die Norweger dann allerdings doch noch einmal von ihrer melancholischen Seite und stimmen mit „Dead To The World“ schon Feen-Gesang-ähnliche Töne an, bevor sie mit der „Global Tristesse“ endgültig und piano-lastig Abschied nehmen. Einmal enthusiastisch durch die insgesamt 12 Titel-Täler gewandert stellen sich dem Hörer viele Fragen. Nach dem Sinn und Zweck dieses Albums und nach dem Sinn des Lebens vielleicht auch. Ein echtes „Understanding“ ist hier mit schwerer Kopfarbeit verbunden und hallt noch einige Zeit nach. Doch was dem Album selbst oberflächlich betrachtet fehlte, wird in den Erinnerungen daran deutlich farbenfroher und stilisiert sich zu Klangspektren herauf, die erst einmal verstanden werden wollen. Wer noch vor gar nicht allzu langer Zeit Gefallen an den Büchern „Das magische Auge“ fand, darf hier nach neuen Illusionen, versteckten Bildern und tieferen Werten suchen. Auch spannend..

Playlist:

01. Triumphant
02. Only This Moment

03. 49 Percent

04. Sombre Detune

05. Follow My Ruin

06. Beautiful Day Without You

07. What Else Is There?

08. Circuit Breaker

09. Alpha Male

10. Someone Like Me

11. Dead To The World

12. Tristesse Globale

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