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CD Kritik vom 12.09.2005

David Gray: Life In Slow Motion

David Gray: Life In Slow Motion | CD Kritik
David Gray
Life In Slow Motion

Ganz schön schön

Nach dem Riesenerfolg von "White Ladder" gönnte sich Gray eine etwas längere Pause, eben ein Leben in Zeitlupe, dessen Erlebnisse und Gefühlswechsel er nun auf einem Album verewigt hat.

Eine Schneelandschaft, leise rieselnde Flocken, diese verschluckten Geräusche - genau so stellt man sich ein Leben in Zeitlupe doch vor. Doch halt, David Gray proklamiert auf seinem gleichnamigen Album keinesfalls die Kältestarre und den Stillstand der uns im Winter überfällt. Auch hat er aufgehört hinter seinem Computerbildschirm an Klangexperimenten zu basteln, mit denen er bislang seine Akkustikgitarren-Kompositionen auffüllte. Nein, diesmal hat sich der feinfühlige Brite dem gesamten Klangspekrum verschrieben.

Konzertflügel, Schlagzeug, Streicher, E-Gitarre und Hallenatmosphäre wie in "Now And Always" dominieren die insgesamt 10 Titel. Und schon der Opener "Alibi" legt sich wie eine kühle Decke auf unsere Stimmung und erweckt ein Gefühl von Wehmut wieder, dass wir schon lange vergessen zu haben scheinen. Kurz vor der Traurigkeit aber schlägt Gray in ganz normalen Singer/Songwriter-Pop um. Wunderbar Mainstream und eine kleine Erholung vor "Lately" das mit leichtem Folk-Arrangement so gar nichts von der Jammerigkeit so manches musikalischen Insel-Kollegen hat.

In "Nos da Caridad" dann bedient sich der 35-jährige der aufwühlenden Dynamik am Piano geschlagener Akkorde - wie es unlängst Keane taten - nur dass sein deutlich ausgeprägteres Songwriter-Talent hier besser zur Geltung kommt. Wer jedoch die leisen, streichelnden Töne, und vielleicht auch ein wenig Weltschmerz bevorzugt, der wird sich in "Slow Motion" und "From Here You Can Almost See the Sea" wiederfinden. Titel deren Name allein schon eine Erwartungshaltung erzeugen, die nicht enttäuscht wird. Überhaupt wird Gray den Anforderungen gerecht, die wir nach so langem Warten an ihn stellten. Life in Slow Motion ist ebenso vielfältig wie vielschichtig geworden und einfach zeitlos ausgefallen. Aber nichts anderes haben wir von David erwartet.

Playlist:

01. Alibi
02. The One I Love
03. Lately
04. Nos Da Cariad
05. Slow Motion
06. From Here You Can Almost See The Sea
07. Ain't No Love
08. Hospital Food
09. Now And Always
10. Disappearing World

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